Audi A4 Avant: Jenseits der B-Säule - DER SPIEGEL
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Audi A4 Avant Jenseits der B-Säule

Bei Autos mit verlängertem Hinterteil hat Audi den Bogen raus. Die Avant-Modelle aus Ingolstadt gelten als ästhetisch besonders gelungene Kombi-Fahrzeuge. Auch der neue A4 Avant scheint der Kundschaft zu gefallen - nach Audi-Angaben liegen bereits 15.000 Bestellungen vor.
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Es wird der Tag kommen, an dem Audi eine neue Baureihe mit dem Kombimodell beginnt, und erst danach andere Karosserietypen wie Limousine oder Coupé präsentiert. Die Choreografie bei der Einführung der aktuellen A4-Varianten folgt zwar noch dem herkömmlichen Muster - Limousine, Kombi, Cabriolet -, triftige Gründe dafür gibt es kaum. Im vergangenen Jahr lag der Kombi-Anteil bei den A4-Verkäufen bei 57 Prozent, zudem sind die Avant-Kunden im Durchschnitt "jünger, aktiver und selbstbewusster" als Käufer der Limousine. Das jedenfalls sagt Martin Götze, bei Audi für das Produktmarketing des A4-Baureihe verantwortlich.

Am 21. September kommt nun der neue A4 Avant auf den Markt. Weil rund 40 Prozent der Avant-Kunden bislang das Design als wichtigsten Kaufgrund angaben, gilt die Aufmerksamkeit zunächst der Optik des neuen Autos. Nicht überraschend ist es, dass es bis zur B-Säule keine Überraschungen gibt: Bis hierhin gleichen sich Limousine und Kombi. Dahinter aber waren die Designer gefragt. Die Dachlinie fällt leicht ab, die sogenannte Schulterlinie steigt leicht an. Irgendwo weit hinter dem Wagen würden sich die gedachten Verlängerungen dieser Linien treffen - was nach Angaben von Audi-Designer Lutz Sauvant einen Eindruck von Dynamik vermittelt und zur "Audi-typischen Fenstergrafik" gehört. Gelungen ist das wuchtige, breit und solide wirkende Heck mit dem kleinen Buckel unter dem Rückfenster. Das macht den A4 Avant hintenherum nicht so glatt und einfallslos wie einige Konkurrenten.

Zu ersten Testfahrten rund um Schloss Fleesensee, ehemals im Blücherschen Besitz, wählten wir das Modell mit dem neuentwickelten Einstiegs-Benzinmotor im Sortiment. Das 2-Liter-Triebwerk mit 126 PS (96 kW) passt den ersten Fahreindrücken zufolge sehr gut in den neuen Avant. Die Kraft reicht allemal aus, um den Wagen flott zu bewegen, beim zügigen Beschleunigen tönt es Vierzylinder-typisch aus dem Motorraum; das wirkt sportlich, aber nicht aufdringlich. Denn ansonsten ist der A4 Avant 2.0 ein überaus stilles Fahrzeug. Windgeräusche sind bis Tempo 140 kaum vorhanden, was an verbesserten Gummidichtungen an den Türen und dem auf 0,30 gesenkten cW-Wert liegt (Vorgängermodell 0,32 cW). Die Erhöhung der Windschlüpfrigkeit wiederum ist ein Resultat der neuen Kunststoffverkleidungen an der Unterseite des Autos. Audi spricht vom "Aeroboden".

Das Benehmen des Avant auf der Straße ist tadellos. Lenkung, Bremsen, Fünfgang-Getriebe, Kurvenverhalten - das Fahren im Auto fühlt sich satt und direkt an. Wahrscheinlich ist es das, was in der Fachpresse gerne als "ausgereift" beschrieben wird. Auch im Innenraum wirkt der Wagen durchdacht bis in die Details. Man merkt, dass Audi diesen Typ von Kombi seit 1990 baut - damals noch unter dem Namen A80 Avant. Ein Beispiel: Die Krümmung der Cockpit-Verkleidung ist die gleiche wie die des Lenkrads; solche Kleinigkeiten sind es, die das Gefühl vermitteln, in einem wohl durchdachten Auto zu sitzen.

Hersteller:Audi
Typ:A4 Avant 2.0
Karosserie:Kombi
Motor:Vierzylinder-Diesel
Hubraum:1.984 ccm
Leistung PS:126 PS
Leistung kW:96 kW
Drehmoment:195 Nm
Von 0 auf 100:10,2 Sek.
Höchstgeschw.:208 km/h
Verbrauch (ECE):8 Liter
CO2-Ausstoß:190 g/km
Kofferraum:442 Liter
umgebaut:1.184 Liter
Versicherung (HP):14 €
Versicherung (TK):32 €
Versicherung (VK):16 €
Preis:26.050 €

Natürlich wurde der A4 Avant im Vergleich zum Vorgänger in alle möglichen Richtungen gestreckt. Zum Beispiel wuchsen Innenraumlänge, Kopffreiheit und Ellenbogenbreite um einige Millimeter, was den Passagieren zugute kommt. Die Laderaumbreite wurde gar um 6,4 Zentimeter auf exakt einen Meter erweitert, das Ladvolumen um 52 Liter auf jetzt 442 Liter. Und es gibt noch mehr Neuheiten unter der Heckklappe: Ein doppelter Boden, der sich klappen und aufstellen lässt, um das Gepäckabteil zu unterteilen. Das Trennnetz lässt sich nun leichter entrollen und spannt sich selbst, die vier Verzurr-Ösen im Boden sind verchromt. Für Avant-Fahrer mit empfindlichen Transportgut bietet Audi ein "Gepäckraumpaket" für 185 Mark Aufpreis an, zu dem ein Gepäcknetz sowie ein Spanngurt an der rechten Kofferraumseite gehören. Überhaupt lässt sich Audi diverse nützliche und hübsche Dinge für den Wagen extra bezahlen, was bei einem Grundpreis des Grundmodells von rund 51.000 Mark als sehr selbstbewusst gewertet werden muss. Das Lederlenkrad kostet 361 Mark extra, die Dachreling in silber oder schwarz kostet 557 Mark extra, das Lichtpaket (beleuchtete Make-Up-Spiegel, Türöffner, Fußraum- und Einstiegslampen) kostet 352 Mark extra und für eine Metallic-Lackierung (sehr flott: Kristallblau-Metallic) müssen 1134 Mark dazubezahlt werden.

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