Detroit Motor Show: Studieren geht über Probieren - DER SPIEGEL
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Detroit Motor Show Studieren geht über Probieren

Im Westen nichts Neues. So könnte das Resümee der diesjährigen Detroiter Motor Show lauten. Wer noch im vergangenen Jahr glaubte, die Amerikaner hätten sich nun auch die Themen Umweltverträglichkeit und Verbrauchsreduzierung auf die Fahnen geschrieben, sieht sich getäuscht.
Von Frank Wald
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Im Land der XXL-Cars beherrschen weiterhin Hubraum- und leistungsstarke Limousinen und so genannte SUV (Sport Utility Vehicles) das Bild. Am deutlichsten zu sehen bei Ford und seinen Markentöchtern. Neben dem Retro-Sportwagen GT 40 mit 500 PS-Motor und dem Monster-Pick-up Tonka mit Sechs-Liter-V8-Motor präsentiert deren Luxusmarke Lincoln mit dem Continental Concept den "ultimativen Ausdruck amerikanischer Luxuriösität".

Unter der riesigen Motorhaube des Fünfeinhalb-Meter-Schiffs arbeitet ein Sechs-Liter-Zwölfzylinder mit 414 PS. Die vorderen und hinteren Türen schwingen auf Knopfdruck jeweils nach außen und gestatten einen Gala-Einstieg in den mit poliertem Aluminium und edlem Leder aufwendig gestalteten Innenraum, bestückt mit modernster Navigations- und Kommunikationstechnik (Telefon, Computer, et cetera) sowie bordeigener Getränkebar. Dazu gesellen sich neue Versionen der Spritvernichtungsmaschinen Lincoln Navigator oder Ford Explorer.

Auch die Deutschen wollen da nicht abseits stehen und lassen die Motoren-Muskeln spielen. Mercedes' Crossover-Konzeptfahrzeug GST (Grand Sports Tourer), das 2004 in Serie gehen soll, ist mit dem 360 PS starken 5,5-Liter-V8-Motor von AMG bestückt.

Ebenso wie die VW-Studie Magellan, die vom 275-PS-W8-Motor aus dem Passat angetrieben wird. Allerdings werden der gegenüber dem Mercedes vergleichsweise klobig wirkenden Kombi-Van-SUV-Kreuzung wenig Serienchancen eingeräumt.

Das in Barcelona entworfene Concept Car dient in Detroit mehr dazu, VWs Offroad-Ansprüche in Amerika zu untermauern, bis sich die Wolfsburger mit dem Touareg ernsthaft in (neues) Gelände wagen. Überhaupt scheint die Detroit Motor Show wenig Neues zu bieten.

Sei es nun die Gestaltungsunlust der Designer oder die allgemeine Verunsicherung auf Grund der aktuellen Absatzkrise, wegen der sich niemand auf konkrete Modellkonzepte festlegen will: Selten waren so viele unverbindliche Studien in der Cobo-Hall zu finden wie in diesem Jahr. Gerade mal sechs Weltpremieren finden in der US-amerikanischen Auto-Metropole statt.

Die aus deutscher Sicht Wichtigsten sind der neue Range Rover sowie der Volvo XC 90. Während der britische "Rolls-Royce unter den Offroadern" mit Preisen ab 57.900 Euro (Diesel) und 72.000 Euro (V8-Benziner) mehr auf den begüterten Individualisten abzielt, haben die Schweden mit ihrem ersten echten SUV einen ernsthaften Konkurrenten für Mercedes-M-Klasse und BMW X5 auf die Räder gestellt.

Der XC 90 kommt mit drei Motorvarianten (zwei Benziner, ein Diesel) zwischen 163 und 272 PS und den bekannten Sicherheitsfeatures ab November nach Deutschland. Die Preise sollen deutlich unter 50.000 Euro liegen.