Ford Focus ST mit Dieselmotor im Test - DER SPIEGEL
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Autogramm Ford Focus ST: Lass nageln

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Autogramm Ford Focus ST Kräftig sparen

Mit dem Kürzel "ST" ziert Ford seine zügigsten Focus-Modelle. Der neue Kompakt-Sportler ist nun erstmals mit einem Dieselantrieb erhältlich - und der erfordert seinen ganz eigenen Fahrstil.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der erste Eindruck: Trotz des größeren Kühlergrills und einigen neuen Falten in der Motorhaube sieht der auf Sportlichkeit getrimmte Ford Focus ST sehr brav aus. Immerhin gibt es am Heck dicke Doppelauspuff-Endrohre. Wer Aufmerksamkeit braucht, sollte 1250 Euro Aufpreis für die Lackierung in "Sunset-Gelb Metallic" anlegen - dann fällt der Wagen garantiert auf.

Das sagt der Hersteller: Das Kürzel ST steht laut Ford-Chefingenieur Tyron Johnson nicht nur für die "Kombination aus Sportlichkeit, Leistung und Dynamik", sondern auch für eine globale Erfolgsgeschichte. Seit der Premiere des ersten Focus ST im Jahr 2002 haben die Kölner mehr als 140.000 Exemplare des Kraftmeiers verkauft, etwa zehn Prozent davon in Deutschland. Jetzt wird das ST-Angebot nicht nur fortgesetzt, sondern auch erweitert. Johnson: "Mit der Premiere eines Dieselmotors im ST bieten wir den Kunden künftig nicht nur die Wahl zwischen Fünftürer und Kombi, sondern auch zwischen Ottomotor und Selbstzünder."

Das ist uns aufgefallen: An das wilde Geflacker im Cockpit muss man sich erst einmal gewöhnen. Denn da blinkt nicht etwa die ESP-Leuchte, wie es sonst bei übermotorisierten Fronttrieblern üblich ist. Es ist die Schaltanzeige, die, zumindest in der Dieselvariante des neuen Focus ST, die Aufmerksamkeit des Fahrers bindet. Viel früher, als man es sonst bei sportlich ausgelegten Autos gewohnt ist, ermuntert sie zum Hochschalten.

Klar. Der Ölbrenner dreht eben nicht bis weit über 6000 Touren wie die Benziner-Variante, schon knapp unterhalb von 5000 Touren grüßt der Drehzahlbegrenzer. Das Fahrwerk übrigens ist in beiden Varianten gleich sauber abgestimmt, auch beim ambitionierten Anfahren scharrt der Focus kaum mit den Vorderrädern, und in der Lenkung spürt man nur sehr selten das Zerren des Antriebs.

Die Schaltanzeige nervt beim Diesel anfangs ein bisschen. Doch je länger man mit dem Wagen unterwegs ist, desto lockerer greift man mit der rechten Hand zum Schaltknauf. Statt ständig einen neuen Gang einzulegen, gewöhnt man sich eine eher untertourige Fahrweise an und freut sich bei jedem Zwischenspurt, dass der Vierzylinder so elastisch ist. Bei welcher Drehzahl man auch das Gaspedal niederdrückt - fast immer folgt postwendend der gewünschte Punch.

Das vergleichsweise schaltfaule Fahren ist nicht die einzige Umstellung, auf die sich Heißsporne beim Wechsel auf den Ölbrenner einlassen müssen. Auch die Klangkulisse ist eine andere. Während der Benziner orgelt und pfeift, wie es sich für einen Turbo gehört, macht selbst der optisch markante Doppelauspuff aus dem braven Diesel keinen Rockstar.

Das muss man wissen: Mit der Markteinführung des neuen ST im Februar macht Ford das Facelift für den Focus komplett. Die Preise beginnen bei 28.850 Euro für den Fünftürer mit dem 2,0-Liter-Benziner, der wie bisher 250 PS leistet, jetzt aber unter anderem dank einer Start-Stopp-Automatik sechs Prozent weniger verbraucht. Das hier vorgestellte ST-Modell mit Dieselmotor kostet ab 29.650 Euro. Für jeweils 950 Euro Aufpreis kann der flotte Focus - anders als die Konkurrenten VW Golf GTI oder Opel Astra OPC - auch als Kombi geordert werden.

Mit 185 PS hat der Zweiliter-Diesel-Motor gut 20 Prozent mehr Leistung als im bislang stärksten Focus mit Selbstzünder. Entsprechend flott geht es zur Sache, der Sprint auf Tempo 100 ist in 8,1 Sekunden möglich, und die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 217 km/h. Dass der Benziner mit 248 Sachen deutlich schneller ist, können auch eilige Autofahrer nach einem kleinen Rechenspiel schnell verschmerzen. Bei einem Normverbrauch des Dieselmodells von 4,2 Liter je 100 Kilometer (statt 6,8 Liter beim Benziner) sind weitaus weniger Tankstopps notwendig.

Das werden wir nicht vergessen: Selbst wenn man 4,2 Liter Durchschnittsverbrauch unter alltäglichen Bedingungen praktisch nie erreichen wird, entfaltet die Anzeige des Bordcomputers eine fast hypnotische Wirkung. Denn eine Reichweite von nahezu 1000 Kilometern - in welchem anderen Auto dieses Kalibers bekommt man das angezeigt?