Honda Insight: Drei Liter auf Probe - DER SPIEGEL
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Honda Insight Drei Liter auf Probe

Drei-Liter-Autos sind - sollte man meinen - kleine Kompaktautos, denen man das Haushalten schon an der Blechnase ansieht. Bei Honda denkt man offenbar anders: Das Sparmobil Insight, das nun auf den deutschen Markt kommen soll, ist ein ausgewachsenes Coupé von fast vier Metern Länge.
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Der Insight soll nur 3,4 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. In den USA und in Großbritannien fährt der Zweisitzer bereits und kostet dort umgerechnet rund 50.000 Mark. Ein stattlicher Preis, der in Deutschland nicht umzusetzen wäre. Das weiß offenbar auch die deutsche Honda-Vertretung: Um das Käuferinteresse zu testen, bietet sie entgegen bisheriger Planung ab April zunächst nur 40 Modelle bei ausgewählten Markenhändlern zur Probefahrt an. "Ursache dafür ist schlicht und ergreifend das Kaufverhalten der hiesigen Kundschaft", sagt Honda-Sprecher Willy Cohnen. "Trotz Benzinpreiserhöhung ist Leistung momentan noch gefragter als Sparpotenzial."

Der Honda Insight ist ein so genanntes Hybridfahrzeug, also eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor. Das größte Einsparpotenzial bietet ein 76 PS (56 kW) starker 1-Liter-Dreizylinder-Benziner, der für den Beschleunigungsvorgang von einem Generator unterstützt wird. Die Energie dafür gewinnt er beim Bremsen. Der Strom wird in einer 20 Kilogramm schweren Pufferbatterie gespeichert und beim erneuten Beschleunigen wieder abgerufen. Dadurch entstehen Fahrleistungen, die auf den Niveau eines konventionellen Benzinmotors mit 1,5 Liter Hubraum liegen: Für den Sprint von 0 auf 100 km/h braucht das 835 Kilogramm leichte Coupé 12 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 km/h.

Weitere Spritersparnis bringt die automatische Motorabschaltung: Im Stillstand schaltet sich der Dreizylinder selbstständig ab und wird erneut aktiviert, sobald der Fahrer die Kupplung betätigt und den ersten Gang einlegt. Mit der niedrigen Kohlenstoffdioxid-Emission von nur 80 Gramm pro Kilometer hält der Insight darüber hinaus die deutsche D4-Abgasnorm ein. Um diese Verbrauchs- und Abgaswerte zu realisieren, war trotz der trickreichen Antriebstechnik zusätzlicher Feinschliff an Gewicht und Aerodynamik notwendig. Die Insight-Karosse ist rund 40 Prozent leichter als eine vergleichbare Stahlkonstruktion. Die hinteren Kotflügel und Radverkleidungen bestehen aus Kunststoff. Außerdem ist die Spurweite des Wagen hinten schmaler als vorne, um dem aerodynamischen Ideal einer tropfenförmigen Gestalt nahe zu kommen. Zusammen mit der strömungsgünstigen Front und dem glatten Unterboden erreicht er damit einen Cw-Wert von 0,25. Darüber hinaus rollt der Insight auf speziellen rollwiderstandsarmen Reifen.

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