Mazda CX-7: Allradler mit Kroko-Sitzen - DER SPIEGEL
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Mazda CX-7 Allradler mit Kroko-Sitzen

Geländewagen gibt es in jeder Größe und Preisklasse, nur Mazda zeigte bisher Mut zur Lücke. Jetzt präsentieren die Japaner mit dem CX-7 doch noch ein ganz ordentliches Offroad-Fahrzeug - aber musste das mit den Kroko-Ledersitzen wirklich sein?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Lange musste Mazda Deutschland tatenlos zuschauen, wie die Konkurrenz dem Unternehmen mit Autos wie dem Toyota RAV-4, dem Honda CR-V oder der Nissan X-Trail eifrig Kunden ausspannte. Jetzt bringt die Ford-Tochter als letzter großer Japaner mit dem CX-7 einen freizeitorientierten Geländegänger auf den Markt.

Wer allerdings an schneeverwehte Alpenstraßen oder schlammige Feldwege denkt, wird enttäuscht. Zwar bietet der CX-7 einen Allradantrieb mit variabler Kraftverteilung, und die Bodenfreiheit fällt deutlich größer aus als bei einem gewöhnlichen Kombi. Dennoch fällt auf, dass bei dem Sports Utility Vehicle (SUV) der Schwerpunkt auf der Sportlichkeit liegt: Der 4,68 Meter lange Japaner, sieht ein wenig aus, als hätte man den Sportwagen RX-8 aufgeblasen und hochgebockt: Der Kühlergrill ist weit aufgerissen, die Motorhaube stark konturiert und die Frontscheibe steht steiler als bei manchem Sportwagen. Außerdem gibt es vorn weit ausgestellte Kotflügel und über der Hinterachse eine kesse Hüfte, aus der die eigenwillig geformten Rückleuchten herauswachsen.

Auch der Antrieb passt zum Anspruch: Unter der Haube steckt der 2,3 Liter große Vierzylinder aus den Sportmodellen der 3er- und 6er-Reihe, dem Direkteinspritzung und Turbolader 260 PS einblasen. Mit maximal 380 Nm und einer eigens für die Europäer eingebauten Sechsgang-Schaltung beschleunigt der Kraftmeier mit kernigem Sound in acht Sekunden auf Tempo 100 und macht soviel Dampf, dass man sich schon fragt, warum der Wagen bei 210 km/h elektronisch abgeregelt wird. Allerdings geht der Blick dabei bang auf die Tankuhr, weil der Motor schon im Normzyklus 10,2 Liter verbraucht.

Spätzünder ohne Selbstzünder

Obwohl in diesem Segment mehr als die Hälfte aller Fahrzeuge mit einem Diesel verkauft wird, gibt es den CX-7 vorerst nur als Benziner. "Natürlich hätten wir gerne vom Start weg einen Selbstzünder im Programm gehabt", sagt Mazdas deutscher Geschäftsführer Michael Bergmann, "doch hätten wir dann noch länger auf den Wagen warten müssen." Der Diesel kommt erst Ende 2008. Und die Geduld der Europäer wurde auch so schon genug strapaziert. Schließlich gibt es den CX-7 in den USA seit über einem und in Japan seit einem halben Jahr.

Die Wartezeit war aber nicht umsonst: Seit die Ingenieure aus dem europäischen Entwicklungszentrum in Oberursel mit dem Wagen auf der Nordschleife des Nürburgrings waren, ist die Lenkung viel direkter, das Fahrwerk vermittelt einen guten Kontakt zur Straße und die Bremsen haben ausreichend Biss, um den 1,8-Tonner zügig zu stoppen.

Viel Platz und bemühtes Ambiente

Nur im Innenraum merkt man noch, wes Geistes Kind der CX-7 ist. Zwar gibt es weder am Platz für die Passagiere noch an 455 Litern Kofferraum mit praktischem Wendeboden und den im Nu versenkbaren Rücksitzen etwas zu meckern, und die Verarbeitungsqualität wirkt tadellos. Doch die Materialauswahl ist in etwa so authentisch wie der Eiffelturm in Las Vegas. Der ins Sitzleder eingelegte Kroko-Streifen wirkt unpassend, und die glänzend lackierten Kunststoffe sind nur ein müder Versuch, Klavierlack zu imitieren.

Während die US-Ausrichtung bei der ersten Sitzprobe vielleicht noch stört, wird sie beim Blick in die Preisliste zum Vorteil. Weil Amerikaner verwöhnt sind, ist vieles schon im Basismodell inklusive: Für 31.800 Euro gibt es deshalb nicht nur ESP und sechs Airbags, sondern auch elektrische Helfer für Türen und Fenster, Klimaautomatik, Tempomat und ein CD-Radio. Und wer 3600 Euro drauf legt, bekommt zudem Lederpolster, Xenon-Scheinwerfer, eine Bose-Anlage und das schlüssellose Zugangssystem.

Bescheidene Aussichten

Mit dem späten Start des CX-7 trägt Mazda unter den Japanern nun die rote Laterne und muss die Kunden erst wieder erobern. Obwohl der altbackene und hoffnungslos unerotische Mazda Tribute im besten Jahr gut 3000 Zulassungen geschafft hat, plant Bergmann für das neue, ungleich attraktivere Auto etwas konservativer. "Die Zahl der Wettbewerber ist einfach deutlich größer geworden", sagt er und gibt als Zielvorgabe für dieses Jahr noch 1000 und für 2008 etwa 1700 Autos aus.

In den USA ist übrigens seit kurzem der CX-9 erhältlich, der große Bruder des Geländewagens. Bergmann: "Mit einem schönen Diesel könnte ich mir den auch bei uns gut vorstellen."

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