Mercedes G-Klasse: Kantiger Kraftprotz - DER SPIEGEL
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Mercedes G-Klasse Kantiger Kraftprotz

Während sich die Konkurrenz vornehmlich auf trendige Pseudo-Offroader stürzt, baut Mercedes weiterhin Geländewagen, die auch so aussehen. Nur im Innenraum darf es im Offroad-Oldie ruhig etwas komfortabler werden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Das Auto ist der Haudegen unter den großen Geländewagen. Bei der Premiere vor 21 Jahren stand die G-Klasse ziemlich einsam auf weiter Flur, kein anderer deutscher Hersteller hatte zu dieser Zeit einen "Allroader", wie die Spezies heute gern genannt wird, im Angebot. Nun renoviert Mercedes den Offroad-Oldie.

Beim Automobilsalon in Paris (30. September bis 15. Oktober) werden die Schwaben die Neuauflage des im österreichischen Graz gefertigten Modells vorstellen. Äußerlich wird sich der kantige Kerl kaum ändern. Lediglich Details wie weiße Blinkergläser, Bicolor-Rückleuchten und Dekorstreifen in den Seitenschutzleisten weisen den aufmerksamen Betrachter darauf hin, dass es sich bei dieser G-Klasse um ein Fahrzeug des Modelljahrgangs 2001 handelt.

Die größeren Neuerungen fanden unter dem Blech statt. Als neuer Motor gesellt sich der vor wenigen Monaten in der S-Klasse vorgestellte V8-Selbstzünder zu den beiden bekannten Benzinern.

Das 4-Liter-Dieseltriebwerk, das Mercedes stolz als den stärksten Pkw-Dieselmotor der Welt bewirbt, leistet 250 PS (184 kW) und bietet ein Drehmoment von 560 Nm. Der G 400 CDI, wie die G-Klasse in Kombination mit dem neuen Triebwerk heißt, schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h und verbraucht nach Werksangaben 12,8 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer.

Die beiden bekannten Motoren, das 3,2-Liter-V6-Aggregat (215 PS/158 kW) und der 5-Liter-V8 (296 PS/218 kW) bleiben unverändert im Programm.

Im Gegensatz zum Äußeren wurde der Innenraum deutlicher umgestaltet: So müssen S-Klasse-Fahrer nun nicht mehr erschrecken, wenn sie am Wochenende in die G-Klasse umsteigen, um zum Hochsitz, zur Pferdekoppel oder zur einsam gelegenen Blockhütte zu fahren.

Die Instrumententafel wurde neu gestylt, eine Armauflage sorgt für entspannteres Fahren und ein Ablagefach zwischen den Vordersitzen schluckt den üblichen Kleinkram, der im Auto so dabei ist. Neu sind auch das Multifunktionslenkrad, mit dessen Tasten sich zum Beispiel das Autoradio und das Autotelefon steuern lassen sowie eine Klimaautomatik mit getrennter Temperaturregelung für Fahrer- und Beifahrerseite.

Zudem schleppt die neue G-Klasse reichlich Elektronik mit auf die Pirsch: Ein Regensensor steuert bei Niederschlag die Geschwindigkeit der Scheibenwischer, ein Lichtsensor in der Frontscheibe knipst bei einbrechender Dunkelheit oder im düsteren Tann von selbst die Scheinwerfer an und ein Sensor im Innenrückspiegel sorgt dafür, dass er sich bei Bedarf selbständig abblendet.

Wer möchte, kann sich weitere Luxus-Accessoires wie CD-Spieler, Navigationssystem, TV-Empfänger oder die Sprachbedienung für Autotelefon und Radio einbauen lassen. Doch das geht ins Geld.

Schon in der Grundversion sind die G-Modelle nicht eben Sonderangebote. Als Dreitürer kostet die Autos 109.581 Mark (G 320) oder 138.394 Mark (G 500 und G 400 CDI), für die Fünftürer müssen 117.975 Mark (G 320) oder 146.788 Mark (G 500 und G 400 CDI) angelegt werden.

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