Nissan Primera: Bye-bye Biedermann - DER SPIEGEL
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Nissan Primera Bye-bye Biedermann

Nissan wird mutiger. Nach dem Einstieg von Renault verabschieden sich die Japaner vom automobilen Biedermann-Design. Deutlich zu sehen am neuen Mittelklassemodell Primera, das im September auf der IAA in Frankfurt erstmals gezeigt werden soll.
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Der neue Primera, der ab Frühjahr 2002 in Deutschland verkauft werden soll, gilt für Nissan als "erster Vertreter einer neuen Produktphilosophie". Auffälligstes Merkmal der neuen Linie ist das futuristisch anmutende Design - außen wie innen. Entstanden ist es im europäischen Nissan-Designzentrum in Geretsried bei München. Außen dominiert die so genannte "Monosilhouette"-Form, im Innenraum wurden die Instrumentenanzeigen mittig ins Armaturenbrett platziert, das sich weit bis in die Türinnenverkleidungen schwingt.

Auch mit der zentralen Bedienführung folgt der im britischen Sunderland produzierte Primera dem Trend. Unterhalb der Instrumente befindet sich ein diagonal fast 18 Zentimeter messendes zentrales Multifunktions-Display, das zur Steuerung, Kontrolle und Anzeige der Audioanlage, der Klimatisierung, des DVD-Birdview-Navigationssystems und anderer Fahrerinformationen dient. Je nach Ausstattung zeigt das Display auch das Bild einer Rückfahrkamera, die sich automatisch beim Einlegen des Rückwärtsganges einschaltet.

Wie der Fiat Stilo in der Kompaktklasse wird der neue Primera, als erster Vertreter der Mittelklasse, mit einem automatischen Abstandshaltesystem ausgerüstet. Das je nach Ausstattung optional erhältliche System, das bislang nur in der automobilen Luxus-Klasse zu bekommen war, misst über einen Radarsensor permanent die Distanz zum vorausfahrenden Fahrzeug, eine Elektronik steuert Gas und Bremse und passt den Abstand der Geschwindigkeit an.

Der neue Primera soll darüber hinaus deutlich bessere Fahreigenschaften zeigen. Um vor allem den Fahr- und Abrollkomfort zu erhöhen, rüsteten die Nissan-Ingenieure das neue Modell mit einer Mehrlenker-Vorderradaufhängung aus, die ein sensibleres Ansprechen der Feder-Dämpferelemente zulässt, hinten kommt eine weiter entwickelte Variante der vom Vorgänger bekannten Kompaktlenkerachse zum Einsatz. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm ESP steht ebenfalls zur Verfügung. Als Motorisierungen stehen zur Wahl ein weiter entwickelter 1,8-Liter-Benziner mit Fünfganggetriebe, ein neuer 2,0-Liter-Benziner mit Sechsganggetriebe oder Hypertronic CVT sowie ein 2,2-Liter-Common-Rail-Turbodiesel ebenfalls mit Sechsgangschaltung.

Neben dem fertigen Serienmodell zeigt Nissan in Frankfurt zudem mit zwei seriennahen Studien, wie sie sich die Zukunft ihrer Kleinwagen und luxuriösen Offroader vorstellen: Der Nissan "mm.e" ist ein Ausblick auf ein Kleinwagenmodell im so genannten B-Segment mit rundlicher Form und hoch angebrachten Frontscheinwerfern. Wie es sich für "ein Fahrzeug der Zukunft" gehört, bietet der "mm.e" eine Vielzahl technischer Gimmicks wie Internet und Kommunikation, Navigation, Klimatisierung und Audiosystem, die sich über ein zentrales Display über Tasten im Lenkrad steuern lassen.

Einfache Bedienfunktionen zeichnet auch das zweite Nissan-Konzeptfahrzeug "Crossbow" aus. Der luxuriös ausgestattete Geländewagen wendet sich an "Individualisten, die ein Fahrzeug mit auffälligem Styling bevorzugen" - und die außerdem ein Auto mit integrierter Seilwinde, gut erreichbaren Abschleppösen und von außen zugängliche Einfüllstutzen für Schmier- und Betriebsmittel benötigen. Unter der "rauen Schale" des Crossbow steckt jedoch ein luxuriös ausgestatteter Innenraum. Die vier Sitze umgibt eine Kombination aus Olivenholz mit silberfarbenen und aus Silikon hergestellten Applikationen sowie in Silber gehaltenen Einfassungen mit einem großen, zweigeteilten Multifunktionsdisplay in der Mittelkonsole. Letzteres dient neben der Steuerung und Kontrolle von Audiosystem und Klimatisierung auch zur Anzeige des Navigationssystems sowie Off-Road-spezifischen Informationen über Bodenbeschaffenheit, Traktion, Steigung oder Gefälle sowie Höhe. Alle Funktionen lassen sich mit je einem "Multi Controller" am Lenkrad und in der Mittelkonsole steuern.

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