Suzuki Splash: Charme im Kleinformat - DER SPIEGEL
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Suzuki Splash Charme im Kleinformat

Suzuki startet eine Charmeoffensive: Als fröhlichen Nachfolger des kantigen Wagon R+ schicken die Japaner jetzt den Minivan Splash ins Rennen. Den wichtigsten Konkurrenten liefern sie gleich mit: Wie bisher auch tritt baugleich der neue Opel Agila an.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Kleinwagen gehören, was den optischen Charme betrifft, längst zu den Großen auf der Straße. Spätestens seit dem neuen Fiat 500 haben sich die Autozwerge als Flirtriesen etabiert. Billig und auf maximalen Raum bei minimaler Fläche optimiert reicht nicht mehr - der Sympathiewert ist ausschlaggebend. Das gilt auch für den neuen Suzuki Splash, der Anfang April die Nachfolge des Wagon R+ antritt und endlich Abschied vom rollenden Schuhkarton nimmt.

Zwar büßt der Wagen etwas Kopffreiheit und vielleicht ein bisschen Ladevolumen ein, doch wird er endlich zum pfiffigen Kleinwagen, der an der Nahtstelle zum Minivan noch immer etwas mehr Platz bietet als durchschnittliche Stadtwägelchen. Dazu gibt es ein buntes Innenleben mit Zierleisten aus Chromimitat, einem witzigen Cockpit und genügend Ablagen für den Kleinkram des Alltags.

Der Stilwechsel war eine weise Entscheidung. Denn ganz gleich ob retro wie beim Fiat 500 oder modern? wie beim Smart: "Ein originelles Design ist für solche Fahrzeuge ungeheuer wichtig", sagt Marktbeobachter Christoph Stürmer vom Prognose-Institut Global Insight. Man kaufe diese Autos nicht nur zur Befriedigung seiner Mobilitätsbedürfnisse.

Sie seien als Erstauto eigentlich zu klein und würden darum, anders als die etwas erwachseneren Kleinwagen in der Klasse von VW Polo, Opel Corsa & Co. vornehmlich als Mobilitätsergänzung gekauft. "Deshalb müssen sie nicht nur so billig sein, dass man spontan zuschlagen kann", sagt Stürmer. "Sondern sie brauchen auch eine attraktive Marke, ein auffallendes Design oder ein pfiffiges Extra, um Begehrlichkeiten zu wecken."

Mit der Form ändert sich beim Splash allerdings auch das Format. Bei einem nahezu unveränderten Radstand von 2,35 Metern wächst er - auch aufgrund neuer Fußgängerschutz-Bestimmungen - in der Länge um 20 Zentimeter auf 3,74 Meter. Zudem geht der Wagen sechs Zentimeter in die Breite und bietet so mehr Schulterfreiheit, während die Dachhöhe um sieben Zentimeter beschnitten wird. Trotzdem bleibt nach oben selbst für hochtoupierte Frisuren genügend Freiraum. Vorn sitzt man im neuen Splash jetzt deutlich besser als im Wagon R+, und auch im Fond können es zwei Erwachsene zumindest auf Kurzstrecken gut aushalten. Zu dritt jedoch muss man sich jedoch mögen, wenn es zusammen auf Reisen geht.

Sehr keiner Kofferraum - und keine Variabilität

Den fünften Fahrgast verbietet aber eigentlich auch der sehr kleine Kofferraum. Denn mit mageren 178 Litern wird es da schon für ein paar Handtaschen, Schulranzen oder Winterjacken arg eng. Und der doppelte Ladeboden im Gepäckabteil entspannt die Lage durch gut 20 zusätzlichen Liter, die er an Ladevermögen bringt, nur bedingt. Erst wenn man die Rückbank umlegt und das Gepäck bis unters Dach stapelt, wird der Splash zu einem Einkaufswagen mit mehr als 1000 Liter Fassungsvermögen. Warum nur gibt es für mehr Flexibilität keine verschiebbare Rückbank?

In Fahrt gebracht wird der Minivan von Suzuki wahlweise von drei Motorvarianten. Das Basismodell treibt ein Dreizylindermotor mit 65 PS an, der im Mittel 5,0 Liter verbraucht und 160 km/h erreicht. Für Sparfüchse gibt es einen Dieselmotor mit serienmäßig installiertem Rußpartikelfilter und 1,3 Liter Hubraum, 75 PS und einem mageren Normverbrauch von 4,5 Litern. Und das vermeintliche Volumenmodell bekommt einen Vierzylindermotor mit 1,2 Litern Hubraum, der mit 86 PS zu Werke geht.

Kein Sportler, aber ein extrem wendiger Stadtwagen

Das klingt nach reichlich Kraft für einen Kleinwagen, der nur gut eine Tonne auf die Waage bringt. Und 175 km/h Höchstgeschwindigkeit sind allemal genug. Doch ein Sprinter ist der Splash deshalb noch nicht. Dafür ist ein maximales Drehmoment von 122 Nm einfach zu wenig und 12,3 Sekunden für den Spurt auf Tempo 100 sind eben doch keine Bestzeit. Außerdem müsste dann der hoch ins Cockpit gerückte Schaltknüppel etwas leichter durch die fünf Gänge flutschen - das tut er nämlich gerade nicht. Dafür allerdings ist der Wagen wendig und lässt sich beinahe mit dem kleinen Finger in jede Parklücke zirkeln.

Bei der Preisfindung war Suzuki nicht ganz frei von Zwängen -schließlich läuft der Splash baugleich auch als Opel Agila vom Band. Und weil die Hessen frühzeitig einen Kampfpreis von "unter 10.000 Euro" herausposaunten, musste auch Suzuki nachziehen und bei der Ausstattung zurück rudern. Und so gibt es für die Basisversion nun weder ESP noch Kopfairbags. Alle anderen Splash-Varianten jedoch erhalten serienmäßig sechs Airbags, ESP und Klimaanlage - kosten dann aber auch mindestens 12.200 Euro. Was nun für Opel wie für Suzuki gilt: das billigste Modell kostet 9990 Euro.

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