Gitterrahmen unterm Hammer: Filigranes Kunstwerk
Ferrari-Werkzeug Grandioses Gerüst
Der Ferrari 250 GTO gilt nicht nur als schönster Ferrari überhaupt, die 36 gebauten und noch vollständig erhaltenen Exemplare zählen zu den teuersten Autos der Welt. Wenn in den vergangenen Jahren eines der von 1962 bis 1964 gebauten Autos den Besitzer wechselte, lag der Kaufpreis stets bei umgerechnet mehr als 25 Millionen Euro. An diesem Samstag kommt nun beim Auktionshaus Aguttes in Lyon einer von zwei erhaltenen Gitterrahmen unter den Hammer, auf denen in der Carrozzeria Scaglietti die Passgenauigkeit der handgedengelten Aluminiumteile der Karosserie kontrolliert wurde.
Das stählerne Gerüst, an dem auch die drei für das Auto charakteristischen, halbrunden Kühlluftöffnungen in der Frontpartie zu erkennen sind, soll nach den Erwartungen des französischen Auktionshauses für einen Preis zwischen 100.000 und 150.000 Euro versteigert werden. Das identische zweite Gittergerüst aus dem Karosseriebauunternehmen befindet sich nach wie vor im Besitz von Ferrari und wird gegenwärtig im Musuem der Marke in Modena gezeigt.
Das zur Versteigerung aufgerufene Gitterwerk stand in der Werkstatt von Sergio Scaglietti, der 1951 eine Karosseriefirma in Maranello gegründet hatte. Nach anfänglichen Reparaturarbeiten für den benachbarten Sportwagenbauer Ferrari begann Scaglietti ab Mitte der Fünfzigerjahre, komplette Karosserien für Ferrari zu gestalten und zu fertigen - etwa die des 250 Testa Rossa oder eben jene des 250 GTO. Es heißt, dass Scaglietti oftmals ohne vorherige Pläne oder Zeichnungen arbeitete, und das Metall direkt nach seinen Vorstellungen in Form brachte. Später verkaufte Scaglietti sein Unternehmen an Ferrari, die Carrozzeria gehört seit rund 40 Jahren zu dem Sportwagenhersteller.