Sport-Limousine: MG Rover lässt es krachen - DER SPIEGEL
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Sport-Limousine MG Rover lässt es krachen

Vor einem Jahr wurde darüber debattiert, wie lange es die Firma Rover überhaupt noch gibt. Inzwischen baut das Unternehmen unter dem Namen MG Rover Autos, bei denen ganz andere Fristen interessieren. Zum Beispiel die Zeit, die die Flitzer für den Spurt von 0 auf 100 benötigen.
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Bei dem Fahrzeug mit dem unaussprechlichen Namen MG ZT XPower 500 handelt es sich um einen Prototypen, der nach Angaben von Rover demonstrieren soll, "was technisch machbar ist". Man ahnt, dass es sich um eine ganze Menge handelt: Der Wagen ist mit einem 4,6-Liter-V8-Motor ausgestattet, der 500 PS (370 kW) leistet und ein Drehmoment von maximal 542 Nm auf die Kurbelwelle stemmt. 305 km/h sind als Höchstgeschwindigkeit möglich, melden die Briten. Der Spurt von 0 auf 60 Meilen, also knapp 100 km/h, lasse sich in 4,5 Sekunden erledigen. Über Spoiler, Schweller und das übliche Aerodynamik-Programm für kraftstrotzende Autos verfügt der Wagen logischerweise auch.

Das Auto ist vor allem ein Vorzeigestück, das zum Beispiel auf der IAA im September in Frankfurt für offene Münder auf dem MG-Rover-Stand sorgen soll. Andererseits heißt es im Unternehmen, die Sportlimousine auf Basis des braven Rover 75 biete einen Vorgeschmack auf zwei sportliche Modelle aus der Rover-75-Serie, die im kommenden Jahr zu den Händlern rollen sollen. Die Autos werden mit Motorleistungen von 265 und 375 PS aufwarten (196 und 277 kW) und besonders die stärkere der beiden Varianten - sie wird den Beinnamen "Ultimate" tragen - soll sich optisch stark an den MG ZT XPower 500 anlehnen.

Man könnte diese Modellpolitik als Rache an BMW interpretieren. Am 9. Mai 2000 verkauften die Bayern, nach mehreren glücklosen Jahren mit der englischen Marke, Rover für den symbolischen Preis von zehn Pfund an das Phoenix-Konsortium. Branchenkenner gaben dem Managerteam um den Ex-Rover-Chef John Towers keine Chance. Doch inzwischen scheint es so, als fahre MG Rover auf der Straße der Konsolidierung.

Das neue Konzept sieht vor, dass es zu jedem Rover-Modell ein sportliches Pendant der Marke MG gibt. Entsprechend wurden die PS-starken MG ZT-Versionen als bullige Brüder des Rover 75 entwickelt. Die Sport-Limousinen stoßen damit exakt in jene Marktnische, in denen sich zum Beispiel auch die Fahrzeuge von Mercedes AMG, BMW M oder Audi Quattro tummeln. Und im Falle des heckgetriebenen, 375 PS starken MG ZT ist es ganz speziell der BMW M5, der ins Visier der Briten gerät. Denn solange BMW in Longbridge das Zepter schwang, waren sportliche Autos mit dem Rover-Logo tabu. Dieses Segment wollten die Bayern exklusiv abdecken. Nun kontert MG Rover - und hat zumindest die britischen Sympathien in diesem David-gegen-Goliath-Kampf auf seiner Seite.

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