Skoda Superb: Böhmischer Kannibale - DER SPIEGEL
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Skoda Superb Böhmischer Kannibale

Skoda ist nicht zu bremsen. Mit seinen Erfolgsmodellen Octavia und Fabia fährt die tschechische VW-Tochter immer neue Umsatzrekorde ein. Im vergangenen Jahr ließen sie in Deutschland bei den Neuzulassungen bereits den konzerneigenen Konkurrenten Seat hinter sich. Nun sind die anderen Konzern-Kollegen dran.
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Mit dem Skoda Superb präsentieren die Tschechen auf der IAA in Frankfurt ihre Vorstellung einer Limousine der oberen Mittelklasse - und zugleich den schärfsten Wettbewerber für die Modelle VW Passat und Audi A6. Schon optisch ist das böhmische Top-Modell, das auf dem Genfer Salon noch als Studie "Montreux" vorgestellt wurde, von seinen Konzernbrüdern kaum noch zu unterscheiden. Die Seitenansicht mit der gewölbten Dachlinie ähnelt stark dem Passat. Auch wenn er durch die bulligere Front etwas stattlicher wirkt und sich das Heck harmonischer in die Silhouette einfügt. Mit 2,8 Meter Radstand übertrifft der Superb "im Platzangebot alles, was es sonst noch im Segment gibt", sagt Skoda-Chefdesigner Thomas Ingenlath, der zuvor fünf Jahre bei VW und vier bei Audi arbeitete.

Mit dem Namen Superb will Skoda an die eigene Tradition aus den 20er- und 30er-Jahren anknüpfen. Damals stellten die Tschechen repräsentative Oberklasse-Limousinen mit kräftigen Sechs- und Achtzylindermotoren mit Hubräumen von 1,8 bis 6,6 Liter her. Die erste Luxuslimousine namens Skoda Superb wurde 1934 der Öffentlichkeit vorgestellt und mit zahlreichen geänderten Versionen, darunter auch eine mit einem 4,0-Liter-70-kW-Achtzylindermotor, bis 1947 produziert.

Ganz so üppig geht es in der Neuauflage nicht zu. Unter dem gelungenen Blechkleid stecken, wie schon zuvor bei Octavia und Fabia, Technik und Motoren aus den Wolfsburger Konzernregalen. Die Benziner-Varianten reichen dabei vom 2,0-Liter mit 115 PS (85 kW) über den 1,8-Liter-Turbo mit 150 PS (110 kW) bis zum 2,8-Liter-V6 mit 193 PS (142 kW). Dazu kommen zwei Turbodieselaggregate mit 1,9-Liter Hubraum mit 130 PS (96 kW) sowie ebenfalls ein 2,5-Liter-Sechszylinder TDI mit 155 PS (114 kW).

Den Preis wollen die Tschechen noch nicht verraten. Doch gilt es als sicher, dass Skoda wie schon bei ihren Klein- und Mittelklasse-Modellen auch im gehobenerem Segment mit dem attraktiveren Preis-/Leistungsverhältnis auftrumpfen wird. Damit legt Skoda dem Konzern erneut ein Kuckucksei ins Nest. Es droht der berüchtigte "Kannibalisierungseffekt": Wer kauft sich schon einen Passat oder A6, wenn er die gleiche Technik und Motoren, nur anders verpackt - und in diesem Fall sogar schöner - für ein paar Tausender billiger haben kann. Allerdings sollen bis zur endgültigen Markteinführung des Superb nach der IAA im besten Fall noch sechs Monate vergehen. Skodas Topmodell wird also nicht vor April/Mai 2002 zu haben sein.

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