Jaguar R-Coupé Tafelsilber auf Rädern
So sind die beiden Tankdeckel am Heck, die Schaltwippen am Lenkrad und diverse Schalter in der Mittelkonsole mit Silber überzogen. Andere Flächen im Innenraum wie zum Beispiel die Sitze tragen helles Connolly-Leder, der Boden des Fahrzeugs ist mit kastanienbraunem Sattelleder ausgelegt und rundum in der Fahrgastzelle finden sich Vertäfelungen aus Makassar-Ebenholz. Popeliges Plastik oder schnöder Stoff müssen draußen bleiben.
Das R-Coupé, so wird von Jaguar betont, habe in dieser Form nichts mit einem zukünftigen Modell zu tun. Design-Chef Callum sagt, das Auto sei "ein Ausblick auf die zukünftige Design-Philosophie der Marke". Dass die neue Formgebung an einem viersitzigen Coupé ausprobiert wird, hat einen einfachen Grund: Weil ein solches Modell bei Jaguar nicht vorgesehen ist, können Wettbewerber auch keine direkten Schlüsse über geplante Autos ziehen.
Immerhin so viel lässt sich sagen: Die Jaguar-Modelle der nächsten Generation werden sachlicher, klarer und weniger barock als bislang. Die Karosserie des R-Coupé ist geprägt von großen, glatten Flächen, wenigen schnurgeraden Linien und nur spärlich gesetzten Akzenten. Einer davon ist der Klodeckel-förmige Kühlergrill, ein anderer sind die spitz zulaufenden Außenspiegel oder die vier ovalen Auspuffendrohre aus Aluminium am Heck. Perfekt zur Wirkung kommen an dem 4,92 Meter langen Wagen auch die großen 21-Zoll-Zehnspeichen-Räder. Wer den Wagen schräg von vorne betrachtet, könnte auf die Idee kommen, dass sich Karosserie-Designer Matthew Beaven ausgiebig mit dem legendären E-Type der 60er Jahre beschäftigt hat. Die Proportionen der neuen Studie nehmen nämlich durchaus Anleihen an dem Jaguar-Klassiker.
Was die Technik betrifft, birgt das R-Coupé nur wenig Überraschungen. Die Technik rund um den V8-Motor stammt im wesentlichen aus dem S-Type. In die Zukunft weisen die Getriebesteuerung per Schaltwippe am Lenkrad, die schwenkbaren Frontscheinwerfer, elektronische Türentriegelung (es gibt keine Türgriffe mehr) oder ein sprachgesteuertes Telematiksystem. Hübsch sind aber vor allem Ideen, die in die Rubrik "typisch britisch" passen. So sind im Handschuhfach ein klappbarer Regenschirm und ein Fernglas untergebracht, und in die Mittelkonsole ist ein formschöner Flachmann eingepasst. Andere Autos haben an dieser Stelle Getränkehalter.