Freizeitmobile Ein bisschen Spaß muss sein
Beim Genfer Automobilsalon 2002 deutet sich ein Trend an: Neben praktischen Großraumkisten und sportlichen Gelände- oder Straßenwagen treten die Erben des legendären Buggy auf den Plan. Einige Hersteller scheinen als Marktlücke die Freizeitmobile wiederentdeckt zu haben, die mehr Spielzeug als Fortbewegungsmittel sind.
Zum Beispiel Matra. Ein Markenname, der lange von der Bildfläche verschwunden war, macht wieder von sich reden. Mit dem Matra m72 stellen die Franzosen in Genf einen zweisitzigen Roadster vor, der ab Sommer 2003 für 6700 und 8000 Euro europaweit zu haben sein soll. Auf Fahrspaß kam es den Entwicklern vor allem an. Der von einem 37 kW/50 PS starken Zweizylindermotor angetriebene m72 soll sogar weitaus schneller um Kurven fahren können als der Smart Crossblade, der ebenfalls in Genf zu sehen ist. 130 km/h soll das Auto maximal auf die Straße bringen.
Der m72 sei als Zusatzfahrzeug mit gewissem Spaßfaktor für die ganze Familie konzipiert, so Matra-Entwickler Axel Niehaus. In einer Version mit 15 kW/20 PS-Motor dürften ihn etwa in Frankreich, Italien, Portugal und Spanien - wichtigen Märkten für offene Freizeitautos - auch Jugendliche im Alter ab 16 Jahren fahren. Matra setzt daher eher auf die leistungsschwächere Motorvariante: "Wir hoffen, dass Eltern die 20-PS-Version für ihre Kinder kaufen, aber auch selber Spaß daran haben", sagt Niehaus.
Wenns regnet, wird der Teenie nass
Ebenfalls aus Frankreich und an dieselbe Zielgruppe gerichtet ist die überarbeitete Version des Freizeitmobils Be Up. Bei dem offenen Zweisitzer von Ligier, von dem bereits einige hundert ältere Modelle in Italien und Griechenland fahren, dürfen laut Firmensprecher Arthur Till ähnlich wie beim Matra m72 in einigen Ländern schon 16-Jährige hinters Lenkrad. Allerdings rangiert der Be Up noch eine Klasse unter dem m72: Als Antrieb dient ein 14 kW/21 PS starker Viertaktmotor, der das als Strand- und Stadtfahrzeug für südliche Urlaubsregionen gedachte Fahrzeug maximal auf Tempo 100 beschleunigt. Der Preis liegt nach Herstellerangeben bei 8450 Euro.
Ein Stretchfahrzeug der anderen Art zeigt in Genf der Schweizer Automobilentwickler Rinspeed Design. Dessen offene Studie Presto verwandelt sich auf Knopfdruck von einem 3 Meter langen Zweisitzer in einen 3,70 Meter langen Viersitzer. Durch Umklappen der hinteren Sitze lässt sich der Platz aber auch als Pick-up-Ladefläche nutzen. Eine Serienproduktion des "City-Flitzers" ist allerdings nicht vorgesehen.
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Auch MCC Smart geht mit seinem Crossblade zurück zu den Wurzeln des Buggys. Ohne Dach, Türen und richtiger Frontscheibe wird er demnächst 2000-mal durch die Welt flitzen. Der 52 kW/70 PS starke Turbomotor gibt ihm die nötige Kraft und beschleunigt das "Motorrad auf vier Rädern" auf bis zu 135 km/h. Ganz billig wird der Fahrspaß aber nicht: 21.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer soll das exklusive Fahrzeug kosten.