José Luis Chilavert: Paraguays Torwart, Elfmeter- und Freistoß-Schütze - DER SPIEGEL
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José Chilavert & Co.: Die gefürchtetsten Fußballer aller Zeiten

Foto: COR/ AFP

Torwart der Rüpel-Elf José Chilavert, Mann mit lockeren Fäusten

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"Ich bin der Prototyp des Torwarts des dritten Jahrtausends", hat José Luis Chilavert mal behauptet. Die sportlichen Qualitäten des von 1982 bis 2005 aktiven Torhüters aus Paraguay waren unbestritten, dreimal wurde der kantige Schlussmann "Welttorhüter", nämlich 1995, 1997 und 1998. Besonders nachhaltig glänzte er im Achtelfinale der WM 1998, als es ein völlig überfordertes Paraguay nur wegen seines Keepers in die Verlängerung schaffte (und dort durch ein Golden Goal von Frankreichs Laurent Blanc unterlag).

Weltberühmt wurde er auch deshalb, weil er in seiner Laufbahn durch Elfmeter oder Freistöße mehr als 60 Tore erzielte. Und so eindrucksvoll sich Chilavert gegnerischen Angriffen entgegenstellte, so eindrucksvoll miserabel war häufig sein Verhalten.

Als er bei Real Saragossa aussortiert wurde und auf der Ersatzbank Platz nehmen musste, provozierte er seinen Rauswurf, in dem er seine Mitspieler ohrfeigte und seinen Trainer beleidigte. Im September 1996 wurde er während eines WM-Qualifikationsspiels gegen Argentinien von den Fans mit Orangen beworfen, verspeiste eine davon demonstrativ und schoss dann das 1:1. Vier Tage später verurteilten ihn die Richter zu drei Monaten auf Bewährung, weil er einen Platzwart vermöbelt hatte.

Die Bosse vom FC Bayern bezeichnete er 2000 als "Nazis", weil sie es gewagt hatten, Landsmann Roque Santa Cruz vier Weisheitszähne ziehen zu lassen und damit seinen Auftritt in einem wichtigen Länderspiel verhinderten. Das erste Spiel Paraguays bei der WM 2002 verpasste er, weil er Brasiliens Roberto Carlos während eines Qualifikationsspiels ins Gesicht gespuckt hatte und dafür mal wieder gesperrt worden war.

Später wollte José Luis Chilavert Staatspräsident werden ("Ich will dieses Land reinwaschen"). Seine Pläne scheiterten, heute arbeitet er als Experte fürs Fernsehen.