Bill Clinton Wie ihn ein Kleid an den Rand der Amtsenthebung brachte
Glückliches Polit-Groupie: Die 22-jährige Monika Lewinsky mit ihrem großen Helden Bill Clinton - die Praktikantin und der Präsident teilten ein pikantes Geheimnis.
Der Präsident und die Praktikantin: US-Präsident Bill Clinton mit seiner zeitweisen Geliebten Monica Lewinsky im Weißen Hauses im Jahr 1995. Es war die erste Amtszeit Clintons, die junge Frau war im Jahr zuvor als Praktikantin eingestellt worden.
Eine verhängnisvolle Affäre: Ein Bild das um die Welt ging - während einer Wohltätigkeitsgala umarmte Präsident Bill Clinton am 8. Mai 1996 öffentlich seine Praktikantin Monica Lewinsky. Zwei Jahre später kam die Affäre der beiden ans Licht und brachte Clinton beinahe um sein Amt.
"Dear Mr. P.": Diesen Liebesbrief schrieb die damals 23-jährige Monica Lewinsky im März 1997 an Bill Clinton. Sie schwärmt darin von einer Krawatte, die sie dem Präsidenten gekauft hatte und Gedichten des amerikanischen Schriftstellers Walt Whitman. "Man muss ihn lesen, wie man einen guten Wein oder eine gute Zigarre schmeckt - es aufnehmen, im Mund zergehen lassen und genießen!"
Im Weißen Haus: Dieses Bild aus dem Bericht des Sonderermittlers Kenneth Starr zeigt Bill Clinton mit der Praktikantin Monica Lewinsky im November 1995 vor dem Oval Office im Weißen Haus. Starrs Ermittlungen führten zu einem Amtsenthebungsverfahren gegen den Präsidenten, unter anderem wegen Behinderung der Justiz und Amtsmissbrauch.
Zeugin in eigener Sache: Monica Lewinsky bei der Vereidigung für ihre Aussage am 1. Februar 1999 . Das Video davon wurde bei der Verhandlung um Präsident Clintons Amtsenthebungsverfahren am 6. Februar 1999 vorgeführt.
Unschuldslamm: Am Abend des 17. August 1998 gab Bill Clinton in einer TV-Ansprache die Affäre mit Monica Lewinsky zu. Bis dahin hatte er steif und fest behauptet, mit der Praktikantin keine "sexuelle Beziehung" gehabt zu haben. Zuvor hatte er sich einer ausführlichen Befragung der Sonderermittler über sich ergehen lassen müssen - und sich unter dem Eindruck der Vernehmung zur Flucht nach vorn entschlossen. Die Aufnahme stammt aus der Videoaufzeichnung des Verhörs, die am 21. September vom Rechtsausschuss des Repräsentantenhauses veröffentlicht wurde.
Verräterische Flecken: Eines der wichtigsten Beweisstücke der Clinton-Lewinsky-Affäre war ein blaues Kleid der Praktikantin mit eindeutigen Spuren darauf. Ordentlich fotografiert erschien es auf Seite 2991 des Berichts von Sonderermittler Kenneth Starr.
"Dear Handsome": Zu den Beweisstücken in Sonderermittler Kenneth Stars Bericht gehörten auch einige Briefe, die Monica Lewinsky während ihrer Affäre an Bill Clinton geschrieben hatte. In diesem hier beschwerte sich die Praktikantin, Clinton habe nicht genug Zeit für sie und die beiden würden sich zu selten sehen.
Riesiges Medieninteresse: Die Neugier der Öffentlichkeit auf die Details der Lewinsky-Affäre war unbeschreiblich - entsprechend ausführlich berichteten die Medien. Als die ehemalige Praktikantin am 6. August 1998 zu ihrem Verhältnis mit dem Präsidenten aussagen musste, wurde der Ort der Anhörung von 22 Übertragungswagen und über hundert Reportern umlagert.
Covergirl Lewinsky: Bereits Anfang des Jahres 1998 begann die Gerüchteküche in den USA zu brodeln. Hatte Präsident Bill Clinton eine Affäre mit der Praktikantin Monica Lewinsky? Im Februar brachte das Magazin "Newsweek" die Praktikantin aufs Titelblatt und veröffentlichte Mitschriften von Tonbandaufnahmen. Zuvor hatte der Internet-Klatschdienst "Drudge Report" gemeldet, "Newsweek" habe einen Artikel über eine Affäre Clintons recherchiert, wolle ihn aber nicht drucken.
Sie sagt, er sagt: Die Situation für Präsident Clinton hatte sich schon deutlich zugespitzt, als Newsweek am 10. August 1998 ein Bild, das ihn gemeinsam mit Monica Lewinsky im Oktober 1996 bei einer Wohltätigkeitsgala in Washington D.C. zeigte. Seine Berater waren zu diesem Zeitpunkt bereits vor den Supreme Court, das höchste amerikanische Gericht, gegangen, um zu verhindern, dass Clinton öffentlich aussagen musste.
SPIEGEL-Titel 32/1998: "Sex und Lügen in Amerika". Um die SPIEGEL-Titelgeschichte von damals zu lesen klicken Sie bitte hier.
Die Frau an seiner Seite: In einer Rede dankte Präsident Bill Clinton im Dezember 1998 den Parteimitgliedern, die gegen sein Amtsenthebungsverfahren gestimmt hatten. An seiner Seite steht Ehefrau Hillary, die über die gesamte Zeit zu Bill gehalten hatte, wovon ihr Ansehen erheblich profitierte. Als Ehefrau, die auch in schlechten Zeiten bei ihrem Mann geblieben war, konnte Hillary sich als Bewahrerin ihrer Familie darstellen - für ihre eigene politische Karriere eine gute Voraussetzung.
Abstimmung im Senat: Mit 70 zu 30 Stimmen stimmte der US-Senat am 4. Februar 1999 gegen eine Anhörung Monica Lewinskys - eine Vorentscheidung über den Ausgang des Amtsenthebungsverfahren gegen Präsident Clinton, das der Senat wenig später beendete. In der Geschichte der USA hatte es bis dahin nur zwei Versuche gegeben, den amtierenden Präsidenten abzusetzen. Andrew Johnson gewann 1868 das Verfahren, Richard Nixon kam 1974 seiner Amtsenthebung durch Rücktritt zuvor. Clinton konnte wie Johnson nach dem Verfahren bis zum Ende seiner regulären Amtszeit Präsident bleiben.
Bill Clinton: Das offizielle Fotoporträt des ehemaligen US-Präsidenten.