Elex im Test: Das ist das neue Piranha-Bytes-Spiel - DER SPIEGEL
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Rollenspiel aus Essen So spielt sich "Elex"

Seit 2001 veröffentlicht das Essener Studio Piranha Bytes ziemlich ähnliche Fantasy-Rollenspiele. Ihr neues Werk kommt nun mit einem fesselnden Zukunftsszenario daher. Wie gut und wie anders ist "Elex"?
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So detailliert wie auf diesem Pressebild sieht das Rollenspiel "Elex" selbst auf Highend-PCs nicht aus. Es ist das neueste Werk des Essener Studios Piranha Bytes und versetzt Spieler in die postapokalyptische Welt des vor 160 Jahren von einem Meteoriten getroffenen Planeten Magalan, die sie zu Fuß oder via Jetpack erforschen. Wir haben die PC-Fassung getestet, das Spiel ist aber auch für Playstation 4 und Xbox One erhältlich. (Hinweis: Die nächsten fünf Bilder enthalten kleine Spoiler zum Beginn der Spielgeschichte)

Foto: Piranha Bytes
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"Elex" ist ein klassisches Soloabenteuer ohne Multiplayer-Optionen. Zu Beginn der Kampagne befindet sich Protagonist Jax, ein Commander der Albs, mit seinem Gleiter über dem Land Edan. Doch die eigenen Leute wenden sich gegen ihn, schießen ihn ab und versuchen, ihn zu exekutieren. Nachdem Jax aus der Bewusstlosigkeit erwacht ist, wird er ausgeraubt und muss sich fortan in der frei erkundbaren Spielwelt um neue Ausrüstung und Verbündete bemühen.

Foto: Piranha Bytes/ Benedikt Plass-Fleßenkämper
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Jax macht unfreiwillig einen Drogenentzug durch, da er auf den von den Albs zur Leistungssteigerung konsumierten Rohstoff Elex verzichten muss, der bei seinem Nutzer sämtliche Emotionen abtötet. Als Nebenwirkung entwickelt der einst empathielose Killer wieder Gefühle - und startet einen Rachefeldzug gegen die Albs. Im Spielverlauf muss man sich einer der drei Fraktionen von "Elex" anschließen, die jeweils verschiedene Waffen, Rüstungen und Fähigkeiten bieten.

Foto: Piranha Bytes/ Benedikt Plass-Fleßenkämper
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Die sogenannten Berserker leben in der mittelalterlich anmutenden Hauptstadt Goliet. Sie lehnen jeglichen technologischen Fortschritt ab, nutzen klassische Fantasy-Waffen wie Schwerter oder Äxte und setzen magische Fähigkeiten ein. Mit ihnen macht der Spieler in "Elex" zuerst Bekanntschaft und kann für sie erste Aufträge erfüllen, die rollenspieltypisch mit Erfahrungspunkten und Gold belohnt werden.

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Ein Blick auf das Hauptquartier der sogenannten Outlaws im Ödland. Links im Bild ist einer der Teleporter, die als Schnellreise-System fungieren. Der Wüstenschauplatz, die Wellblechhütten und der raue Umgangston der Fraktion erinnern an die "Mad Max"-Filme. Die Outlaws nutzen improvisierte Waffen, die sie aus allem zusammenbauen, was sie finden - beispielsweise Schrotflinten, Raketen- und Granatwerfer oder Kettensägenschwerter. Das Elex verwenden sie zur Herstellung von Aufputschmitteln und Stims.

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Die dritte Fraktion, die Kleriker, lebt im von Vulkanen und Lavaflüssen durchzogenen Land Ignadon. Sie sind die widersprüchlichste Fraktion in "Elex": Als hochreligiöses Volk lehnen sie den Elex-Konsum strikt ab, bauen mithilfe des Rohstoffs jedoch modernste Waffen und Maschinen. In ihrem Hightech-Hort trifft man allerlei Drohnen, Kampfroboter und sogar einen Putz-Bot.

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Typisch Piranha Bytes: Die mit guter deutscher Synchronisation unterlegten Dialoge mit den zahlreichen Computerfiguren sprühen oft vor derbem Humor. Dem Spieler stehen meist mehrere Antwortmöglichkeiten zur Auswahl, die sich auf die Beliebtheit beim Gegenüber und sogar auf Story und Spielverlauf auswirken können. Dieser Outlaw hat offenbar Eheprobleme.

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Die Welt von "Elex" wird von zahlreichen menschlichen und tierischen Gegnern bevölkert, die den Spieler ohne Vorwarnung attackieren. Weil die Feinde nicht an den Charakterlevel der eigenen Spielfigur angepasst werden, können in den ersten Spielstunden selbst harmlos ausschauende Wildtiere zu einer echten Gefahr werden. Gut, dass sich Protagonist Jax verschiedene computergesteuerte Gefährten anschließen können, die unterstützend in den Kampf eingreifen.

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Apropos Kampf: Wie schon in den vorherigen Piranha-Bytes-Spielen ist auch das Kampfsystem von "Elex" ziemlich unintuitiv und nervt mit einer ungenauen Zielerfassung und nicht ganz nachvollziehbaren Kombo-Angriffen. Gerade Auseinandersetzungen mit mehreren Gegnern enden nicht selten mit einem schnellen Bildschirmtod. Die Schnellspeichertaste wird deshalb zum gern genutzten Hilfsmittel.

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Dafür kann man dank der freien Charakterentwicklung jederzeit entscheiden, welche Waffen und Fähigkeiten man im Kampf einsetzen möchte: Von typischen Nahkampfwaffen wie Beil und Schild...

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... über einen Flammenwerfer...

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... bis hin zum futuristischen Plasmagewehr, mit dem sich "Elex" fast schon wie ein Third-Person-Shooter spielt. Wer die entsprechende Handwerksfertigkeit erlernt, darf Waffen und Ausrüstung auch verbessern und mit Boni versehen.

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Man sieht "Elex" anhand seiner veraltetet wirkenden Figurenanimationen und Objekten an, dass seine Entwickler kein Budget auf dem Level von Blockbuster-Rollenspielen wie "The Witcher 3" oder "Mass Effect: Andromeda " hatten. Dennoch begegnen dem Spieler reizvolle Panoramen nebst Wäldern, Wüsten, Vulkangebieten und schneebedeckter Gipfel sowie gelungene Lichtstimmungen. Zusammen mit dem abwechslungsreichen Soundtrack entsteht viel Atmosphäre.

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Endzeitstimmung: Beim Streifzug durch die offene Spielwelt stößt der Spieler auf zerfallene Gebäuderuinen und riesige Satelliten, die aus der Zeit vor dem Meteoriteneinschlag stammen. Schaut man sich sorgfältig um, findet man auch Audiologs, Notizen oder Briefe der Bewohner Magalans, die Einzelschicksale offenbaren.

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"Elex" ist ein durchaus komplexes Rollenspiel. Für Level-Aufstiege bekommt man Punkte, die man auf fünf Attribute wie Stärke, Konstitution oder Gerissenheit verteilt. So wird die Spielfigur kontinuierlich stärker. Außerdem kann Jax bei speziellen Lehrern etliche Fähigkeiten und zusätzliche Spielvorteile erlernen. Ein Crafting-System zum Herstellen eigener Gegenstände lädt ebenfalls zum Experimentieren ein. Die Inventar- und Charakterverwaltung ist allerdings arg fummelig geraten und optisch wenig aufregend.

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Aufgrund der vielen Freiheiten, der überaus gelungenen Spielwelt und des großen Umfangs verzeiht man "Elex" die meisten seiner Macken, etwa die nicht optimale Jetpack-Steuerung. Denn wer den von Anfang an verfügbaren Raketenrucksack zündet, fliegt nicht geradeaus weiter, sondern hebt kerzengerade ab. Das bremst beim Erkunden leider etwas aus.

Foto: Piranha Bytes/ Benedikt Plass-Fleßenkämper
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