Hanseatische Materialverwaltung - DER SPIEGEL
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Hanseatische Materialverwaltung Ein Riesen-Fundus für Kreative

Schaufensterpuppen, ein Bild vom Urknall, Löwenfiguren - zwei Hamburger Gründer hatten eine wunderbare Idee: Was Theater oder Filmfirmen sonst wegschmeißen, kann man bei der Hanseatischen Materialverwaltung leihen oder kaufen. Und so auch die Kunstszene unterstützen.
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Stolze Gründer: Jens Gottschau und Petra Sommer hatten die gleiche Idee und setzten sie gemeinsam um - ein großer Fundus in Hamburg mit gebrauchten Requisiten und Materialien. Daraus entstand ihre Firma, die Hanseatische Materialverwaltung. Mehr... 

Foto: Christina Hansen
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So sieht's aus: Ein kreatives Händchen hatten die beiden Gründer auch beim Logo ihrer kleinen, tapferen Firma.

Foto: M. Neubauer/ TheHamburgEye.de
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Blick ins Materiallager: Da gibt's fast nichts, was es nicht gibt. Die Materialverwaltung sammelt Schätze aller Art, ob benutzte Requisiten, Bühnenbilder, Messestände oder Material von Werbe- und Filmdreharbeiten.

Foto: Hanseatische Materialverwaltung
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Einmal Käpt'n sein: Das Mini-Boot und die anderen Gegenstände auf dem Bild kommen aus dem Kindertheater des St. Pauli Theaters. Als Künstler war Jens Gottschau oft auf der Suche nach günstigem Arbeitsmaterial. Und Petra Sommer ärgerte sich als Filmausstatterin über die Wegwerfmentalität. Im Dezember 2011 trafen sie sich erstmals und hatten nur wenig Zeit, ihre gemeinsame Vision zu entwickeln. "Wir haben die Materialverwaltung in acht Tagen erfunden", sagt Sommer stolz - inklusive Namensfindung, Gesellschaftsform, Logo und Businessplan.

Foto: Hanseatische Materialverwaltung
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Zum Gruseln: Die Maske stammt aus einer Bühnenshow der Band Deichkind und wurde bisher noch nicht verliehen. Für ihren Traum vom eigenen Laden arbeiteten die beiden Gründer fast eineinhalb Jahre lang ehrenamtlich, sammelten Material, bauten Hochregale auf, machten sogar einen Gabelstapler-Führerschein. Im Mai 2013 wurde die Materialverwaltung eröffnet, dort sind jetzt sehr vielfältige Objekte versammelt. von Plastikblumen über Horrorfiguren...

Foto: M. Neubauer/ TheHamburgEye.de
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...bis zum Haltestellenzeichen. Die Requisiten und Objekte gehen dem Lager so schnell nicht aus, die Regale werden ständig neu gefüllt. Davon profitiert auch die Hamburger Kunstszene, denn die HMW unterstützt Kulturschaffende - förderungswürdige Projekte erhalten Materialien besonders günstig oder sogar kostenfrei.

Foto: M. Neubauer/ TheHamburgEye.de
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Am Papierkram kamen Sommer und Gottschau nicht vorbei, das Thema Finanzierung beschäftigte sie arg. Bis zu 40 Prozent seiner Zeit habe er zuletzt mit Fundraising verbracht, schätzt Jens Gottschau: "Manchmal sind die vielen Excel-Tabellen echt abtörnend."

Foto: Hanseatische Materialverwaltung
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Stillleben mit Quietscheentchen: Die Krallenfüße sind aus einem Theaterstück der Hamburger Freigeister vom Studio Braun. Verliehen wurden sie bisher noch nicht.

Foto: Hanseatische Materialverwaltung
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"Wir wollten schon damals keine unrealistische Kalkulation à la Elbphilharmonie einreichen", sagt Petra Sommer. In der Nachbarschaft liegt eine der teuersten Großbaustellen Deutschlands; die Kosten bei der Elbphilharmonie explodierten geradezu. Bei der Materialverwaltung geht es bescheidener zu: Auf rund 200.000 Euro belaufen sich die jährlichen Ausgaben der HMV. "Unsere allererste Kalkulation passt noch immer am besten", so Jens Gottschau.

Foto: Marcus Brandt/ dpa
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Auf alt getrimmt: Wie die Finanzierung entstand auch das Logo gleich am Anfang, in den wenigen Tagen, bis die Gründer ihren Plan bei der Stadt Hamburg vorlegen mussten. Es wirkt so, als habe es die Hanseatische Materialverwaltung immer schon gegeben.

Foto: M. Neubauer/ TheHamburgEye.de
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?