Witten/Herdecke: Privatuni in Seenot - DER SPIEGEL
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Witten/Herdecke Privatuni in Seenot

Die private Universität Witten/Herdecke ist finanziell schwer angeschlagen, Rettung in Sicht. Aber zu welchen Bedingungen? In der Krise rücken die Studenten zusammen und hoffen, dass ihre besondere Uni-Kultur überlebt - ein Besuch auf dem Campus.
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Dämmerung über der privaten Universität Witten/Herdecke: Ein Hochschulidyll mit Rissen - seit ihrer Gründung 1982 hatte sie stets Finanzsorgen, zu Weihnachten drohte ihr jetzt die Insolvenz, die in letzter Minute abgewendet werden konnte. Aber was wird vom Uni-Konzept übrig bleiben? mehr...

Foto: Michael Mutzberg
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Eine Protestaktion am Rhein in Düsseldorf: Gut, das Motto "Die Universität darf nicht baden gehen" ist nicht überwältigend originell, aber sonst stecken die Studenten voller guter Ideen und waren stets stolz auf ihre Uni - wie auch umgekehrt.

Foto: DDP
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Demo vor dem Landtag (am 18. Dezember 2008): Die Studenten hoffen, dass sie weiter in Witten/Herdecke studieren können ...

Foto: DDP
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... und dass der besondere Geist der Privatuni der Krise trotzt.

Foto: DDP
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Mann über Bord: Kurz vor Weihnachten 2008 warf Privatuni-Präsident Birger P. Priddat das Handtuch. Er wolle "Schaden von der Universität abwenden und die Voraussetzungen für einen Neuanfang in der Beziehung zum Land Nordrhein-Westfalen schaffen", begründete er seinen Rücktritt ...

Foto: Universität Witten/Herdecke
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... nachdem NRW-Wissenschaftsminister Andreas Pinkwart (hier bei einer Pressekonferenz zur Causa Witten/Herdecke) völlig überraschend verkündet hatte, das Land stoppe die Zuwendungen in Höhe von 4,5 Millionen Euro für 2008 und fordere außerdem drei Millionen für das Jahr 2007 zurück.

Foto: DPA
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Zentrale der Software AG in Darmstadt: Die Stiftung des Unternehmens will sich, neben der SRH Holding, als Geldgeber in Witten/Herdecke engagieren und sagte kurz vor der drohenden Insolvenz Unterstützung zu.

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Walter P.J. Droege: Die Unternehmensberatung Droege International wollte der Privathochschule mit insgesamt zwölf Millionen Euro helfen, machte dann aber einen Rückzieher, als sie sich mit der Uni-Leitung 2008 verkrachte - ...

Foto: obs/Droege & Comp
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... was in der Universitätsstadt Witten prompt abermals finstere Wolken aufziehen ließ.

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Bereits 2006 gab es heftige Turbulenzen um die Medizinerausbildung, Herzstück der privaten Universität: Der Wissenschaftsrat hatte zunächst die Akkreditierung verweigert und ein Gutachten mit herber Kritik vor allem an der medizinischen Forschung gespickt. Zunächst wurde die Einstellung des Medizinstudiums empfohlen, dann bekam die Hochschule doch Gelegenheit zum Nachbessern.

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Hochschulgründer Konrad Schily: Der streitbare Mediziner leitete die Hochschule bis 1999. "Kein Geld hatten wir immer schon", kommentierte er die finanziellen Sorgen der Uni lakonisch. Heute ist Schily FDP-Abgeordneter im Bundestag. Seine Nachfolger in Witten/Herdecke wechselten rasant.

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Der Philosoph Walter Zimmerli amtierte bis 2002, also drei Jahre. Sein Nachfolger war auch sein Vorgänger: Konrad Schily, der 2003 an einen Interimspräsidenten übergab, bis ...

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...2005 Wolfgang Glatthaar antrat. Er hielt nur zwei Jahre lang durch. 2007 wurde dann Birger Priddat Präsident, für ein Jahr. In den ständigen Krisen wurden die Amtszeiten immer kürzer. Reizt es den Hochschulgründer Schily, erneut das Steuer zu übernehmen? "Man springt nicht dreimal in den selben Fluss", antwortete er in einem Interview.

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Nun braucht die schmucke Uni im Herzen des Ruhrgebiets neue Geldgeber, eine neue Leitung, ein neues Konzept - und das alles möglichst schnell. Die rund 1200 Studenten rücken erneut zusammen und bleiben optimistisch, dass die Rettung gelingt. Aber um welchen Preis, zu welchen Bedingungen?

Foto: DDP
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?