Nationalsozialismus: Wie Erich Kästner die NS-Diktatur überstand - »Es war widerlich« - DER SPIEGEL
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»Es war widerlich« So überstand Erich Kästner die NS-Diktatur

Als die Nazis kamen, gingen die meisten linken und liberalen Schriftsteller ins Exil. Erich Kästner blieb – dabei hatte der Satiriker und berühmte Kinderbuchautor die Gefahren der Tyrannei früh erkannt.
• aus SPIEGEL Geschichte 6/2022
Erich Kästner (um 1930): Verfemt, verboten, verbrannt – aber er überlebte.
Erich Kästner (um 1930): Verfemt, verboten, verbrannt – aber er überlebte.

Erich Kästner (um 1930): Verfemt, verboten, verbrannt – aber er überlebte.

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picture-alliance / dpa

Die Nazis riefen zum Flammenspektakel, auch Erich Kästner kam. Als einziger der 24 deutschen Schriftsteller, deren Werke am 10. Mai 1933 mit denen zahlreicher internationaler Autoren verbrannt wurden. Auf dem Berliner Opernplatz deklamierte Propagandaminister Joseph Goebbels  ihre Namen, ein Student brüllte: »Gegen Dekadenz und moralischen Verfall« – und warf Kästners Werke ins Feuer.

Eine Frau erkannte ihn unter Zehntausenden Schaulustigen und rief: »Dort steht ja der Kästner!« Er drehte sich um und ging.

SPIEGEL GESCHICHTE 6/2022

Hitlers treues Volk: Warum die Deutschen dem Nationalsozialismus verfielen

Millionen Deutsche machten sich zu Komplizen des Nazi-Regimes, obwohl Hitler nie einen Hehl aus seinem Judenhass und seinen Kriegsplänen gemacht hatte. Die aktuelle Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE erzählt, wieso die meisten hierzulande die NS-Diktatur bedingungslos unterstützten, weshalb sie dem »Führer« verfielen – und warum sie ihm schließlich bis in den Untergang folgten.

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Nach dem Krieg erinnerte er sich an die gespenstische Szenerie so:

»Ich … sah unsere Bücher in die zuckenden Flammen fliegen und hörte die schmalzigen Tiraden des kleinen abgefeimten Lügners. Begräbniswetter hing über der Stadt. Der Kopf einer zerschlagenen Büste Magnus Hirschfelds stak auf einer langen Stange, die, hoch über der stummen Menschenmenge, hin und her schwankte. Es war widerlich.«

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