Dem Klischee nach lebten Nordamerikas erste Bewohner in einer ursprünglichen Naturlandschaft. Tatsächlich erbrachten sie diverse kulturellen Leistungen (Klamath River in Kalifornien).
Foto: Alexandra Hootnick / Guardian / eyevine / laifNaturwissen der Indigenen Die Gärtner Amerikas
Feuer ist Medizin für die Natur. Das gehört für die Yurok in Nordkalifornien zum angestammten Wissen. Wenn das Laub trocken, die Luft feucht und der Wind still ist, dann ziehen sie in die Natur und setzen den Wald in Brand. In feuerfeste Anzüge gekleidet, malen sie mit ihren Tropffackeln Flammenlinien auf den Boden, die anschließend lodernd durchs Unterholz kriechen.
Bis vor Kurzem war verboten, was die Yurok praktizieren. »Zum Schutz der Indianer« hatte die kalifornische Regierung bereits 1850 das mutwillige Entzünden natürlicher Vegetation untersagt. Die Förster betrachteten es als gefährlich und zerstörerisch. Sie sahen im Feuer ihren Erzfeind. Wo immer es loderte, rückte die Feuerwehr aus.
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Die ersten Amerikaner: Jenseits von Winnetou – das wahre Leben der »Indianer«
Hitzig waren die Debatten, als der Ravensburger Verlag im vergangenen Sommer ein Kinderbuch über Winnetou zurückzog. Die einen feierten die Entscheidung als Erfolg im Kampf gegen Rassismus, koloniale Denkmuster und kulturelle Aneignung. Die anderen warnten vor vermeintlicher »Cancel Culture«. Die Debatten zeigten zweierlei: Die »Indianer« sind für viele Deutsche eine hochemotionale Angelegenheit. Das Wissen über die nordamerikanische Geschichte ist oft nur oberflächlich. Diese Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE soll das ändern.
In den vergangenen Jahren aber hat sich gezeigt, dass der Kampf gegen die Flammen so nicht zu gewinnen ist. Der Südwesten Amerikas wird von einer anhaltenden Megadürre heimgesucht, der Klimawandel sorgt für immer länger anhaltende Hitzewellen. Da helfen alle Feuerbrigaden und Löschflugzeuge nichts. Zahl und Heftigkeit der Waldbrände haben dramatisch zugenommen.