Diabetes-Impfung - DER SPIEGEL
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Diabetes Der Weg zur Impfung gegen Typ-1-Diabetes

Mehrere Projekte verfolgen das Ziel, einen Impfstoff gegen Typ-1-Diabetes zu entwickeln. Die Ansätze reichen von einer Art Immunisierung mit Hilfe von Insulin über die Wirkung von Insulinvarianten bis hin zum Einsatz von genetisch veränderten Darmbakterien.
Insulinspritze: Heutzutage kann Insulin auch als Pulver durch den Mund oder als Nasenspray aufgenommen werden
Insulinspritze: Heutzutage kann Insulin auch als Pulver durch den Mund oder als Nasenspray aufgenommen werden

Insulinspritze: Heutzutage kann Insulin auch als Pulver durch den Mund oder als Nasenspray aufgenommen werden

Foto: Joerg Sarbach/ ASSOCIATED PRESS
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Impfung mit Insulin in Pulverform

Bei der internationalen Pre-POINT-Studie (primary oral insulin trial) werden 25 Kinder im Alter zwischen zwei und sieben Jahren etwa 18 Monate lang behandelt. Jedes Kind nimmt täglich Insulin als Pulver über den Mund auf. Das Hormon soll das kindliche Immunsystem an Insulin gewöhnen.

Die Pre-POINT-Studie richtet sich insbesondere an Kinder, die Geschwister oder mindestens zwei an Typ-1-Diabetes erkrankte Verwandte ersten Grades besitzen. Außerdem sollten die Kinder sogenannte Hochrisikogene für Diabetes haben und noch keine für die Krankheit typischen Autoantikörper im Blut aufweisen. Bislang ist noch keines der an der Studie teilnehmenden deutschen Kinder erkrankt. Es wurden bisher insgesamt 16 Kinder der angestrebten 25 Kinder in Pre-POINT eingeschlossen, davon 11 in Deutschland. Keines der Kinder ist bisher an Typ 1 Diabetes erkankt.

Allerdings kann man laut Peter Achenbach zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sicher sagen, dass aufgrund der Impfung keines der Kinder erkrankt ist. Um diese Aussage treffen zu können, müssen noch mehr Kinder in einer Effektivitätsstudie (POINT) im Anschluss an Pre-POINT behandelt werden. In der Pilotstudie Pre-POINT wird insbesondere nach einer sicher und optimalen Dosis gesucht, die danach weiter verwendet werden soll. Das schließt natürlich dennoch nicht aus, dass bereits die Teilnehmer an Pre-POINT einen Nutzen haben könnten.

Impfung mit Insulinspray

Bei der internationalen INIT-II-Studie testen Forscher die Wirkung von durch die Nase verabreichten Insulin-Impfstoffen auf die körpereigene Abwehr. Die Untersuchung richtet sich an Kinder und junge Erwachsene in einem Alter von 4 bis 30 Jahren, die bereits eine Immunreaktion gegen die körpereigenen insulinproduzierenden Zellen bilden.

Die Impfung mit einem Insulin-Nasenspray soll den Ausbruch der Erkrankung verhindern oder zumindest hinauszögern. Eine Vorläuferstudie hatte bereits gezeigt, dass das Nasenspray sicher ist und die Toleranz des Immunsystems gegenüber den insulinproduzierenden Betazellen positiv beeinflusst.

Mimetope

Forscher untersuchen auch die Wirkung von Insulinvarianten, sogenannten Mimetopen. Die Stoffe können die Anzahl der bei Typ-1-Diabetes reduzierten regulatorischen weißen Blutzellen (regulatorische Lymphozyten) wieder steigern. Im Tierversuch konnte so die Entwicklung eines Typ-1-Diabetes komplett verhindert werden. Von einer Anwendung ist der Ansatz noch weit entfernt.

Genetisch veränderte Darmbakterien

Belgische Wissenschaftler forschen an genetisch modifizierten Darmbakterien, die eine Diabetes-Erkrankung abwenden sollen. Die Bakterien sollen das Ungleichgewicht im Immunsystem beseitigen und dafür sorgen, dass die Betazellen wieder normal Insulin produzieren. Bei einem Versuch mit Mäusen konnte der Ansatz einen beginnenden Typ-1-Diabetes bei 60 Prozent der Tiere stoppen. Auch dieser Ansatz ist allerdings weit von einer Anwendung entfernt.

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