Cartoons zur Bürowelt: Ziemlich beste Feinde
Absurdes aus der Arbeitswelt Warum bloß steigen immer die anderen auf?
Man nennt sie auch Fugenmasse, Etagenkellner oder Halbleiter: jene Führungskräfte, die Chef und Untergebener zugleich sind. Im Alltag geraten sie regelmäßig zwischen die Fronten. Sie werden von ihren Vorgesetzten getriezt, zugleich sollen sie ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen anspornen. Wer in so einem Sandwich-Job unklug agiert, bekommt Druck von oben wie von unten und wird umstandslos zerrieben. Geht etwas schief, wird stets der (Unter-) Abteilungsleiter gefeuert - nicht der, der wirklich etwas verbockt hat.
So ein Mittelmanager ist Achtenmeyer, und er hat's wahrlich nicht leicht in seinem Arbeitsleben. Für ihn gerät der Versuch, Karriere zu machen, zum Fettnäpfchenslalom. Die Chefs, die Machtkämpfe, die fiesen Kollegen - irgend etwas kommt immer dazwischen, wenn Achtenmeyer sich gerade die besten Chancen ausrechnet. Ausdauernd arbeitet er daran, die eigene Karriere zu ruinieren.
Die Führungskraft mit mäßigem Saft spielt die Hauptrolle im neuen Buch "Ziemlich beste Feinde". Klaus Werle, Redakteur beim manager magazin, schreibt regelmäßig Kolumnen aus dem Büro-Alltag. "Nach Diktat verreist" heißt seine Reihe im KarriereSPIEGEL. Aus der Achtenmeyer-Saga ist jetzt eine Reise durch das Job-Universum geworden. Es treten auf:
- Achtenmeyer himself - Marketing-Fachmann auf der mittleren Ebene eines Konsumartikelherstellers, Spezialgebiet ausgefallene Softdrink-Kreationen, verheiratet, keine Kinder. Eine fatale Schwäche für schlechte Wortspiele und Anglizismen zeichnet ihn aus. Dazu eine gewisse Nonchalance den Sekundärtugenden Fleiß und Disziplin gegenüber. Und obendrein eine leicht ins Naive driftende Unbekümmertheit, die sich mit großer Niedergeschlagenheit abwechselt, wenn mal wieder etwas nicht so läuft wie geplant.
- Dr. Karl, sein Chef, ein analysestarker Vollprofi - gnadenlos effizient und Achtenmeyer darum immer drei bis fünf Schritte voraus, dabei aber ausgestattet mit frappierend geringen Empathie-Reserven.
- Und zu Hause wartet Frau Achtenmeyer. Sie wäre die viel bessere Managerin. Jedes Mal, wenn das ohnehin spärliche Rinnsal Ehrgeiz, das durch Achtenmeyers Adern fließt, zu versiegen droht, treibt die Gattin ihn weiter. Sie ist robust und ziemlich mitleidlos, geradezu tough, sie steht mit beiden Beinen im Leben beziehungsweise in ihren Gucci-Pumps.
- Die lieben Kollegen wie Herr Beimler, der blitzgescheite Quereinsteiger, und der intrigante Herr Hirrlemann. Oder Frau Bengt, die Widersacherin im Büro: Sie hat nichts übrig für die Erfrischungsgetränke, die Achtenmeyer ihr anbietet, und möchte lieber inhaltlich arbeiten. Oder Frau Schnitzel, die Achtenmeyer als zupackende Sekretärin immer wieder erdet, wenn es nötig ist. Und das ist es oft.
In "Ziemlich beste Feinde" setzt Klaus Werle seinem Achtenmeyer ("Ein Held der Moderne") ein satirisches Denkmal. Infos zum Buch finden Sie hier , Cartoons des Zeichners Leo Leowald mit Links zu einigen Achtenmeyer-Folgen als Leseproben in der Bilderstrecke.