Haustier im Büro: Hund und Katze eignen sich für die Arbeit - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Fotostrecke: Tiere für Berufstätige

Foto: Jan Woitas/ picture-alliance/ dpa

Für jeden Beruf das passende Tier Mein tierischer Kollege

Ein Wackel-Dackel als Haustier-Ersatz? Muss nicht sein. Für fast jeden Beruf gibt es einen Gefährten: Ratten werden erst am Abend wach, und Hasen rammeln auch allein. Selbst Top-Manager können einen Kameraden finden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Unter dem Schreibtisch schnarcht es leise. Während Katharina Kammacher arbeitet, döst ihr Cockerspaniel Epi auf einer Decke. In den Nachbarbüros des Deutschen Tierschutzbundes in Bonn liegen noch vier Hunde. Sie haben Glück, dürfen den ganzen Tag bei Herrchen und Frauchen sein. "Hunde eignen sich ganz gut, um sie zur Arbeit mitzunehmen", sagt Mitarbeiter Marius Tünte.

Er kennt Pudel, Labradore und Pekinesen, die jeden Tag mit in Friseursalons, Versicherungsbüros und sogar aufs Amt pendeln. Dort schlafen und fressen, Gassi gehen, um sich nach acht Stunden wieder auf den Heimweg zu machen - zum Workout am Futternapf. Im Büro stören Hunde selten den Betriebsfrieden. Geknurrt, gebellt und gebissen wird eher in der Hunde-Kita oder bei einem Hundesitter, meint Tünte.

Leider ist nicht jedes Tier so bürotauglich.

Vögel zum Beispiel, Vögel sind anspruchsvoll: Sie wollen fliegen. Wer viele Überstunden schiebt, sollte sich besser keinen Papagei, Kanarienvogel oder Zebrafinken kaufen, sagt Antje Schreiber vom Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe. Dann doch lieber eine Katze. Die gibt sich zufrieden mit einer Klappe, durch die sie raus- und wieder reinschlüpfen kann.

Hamster drehen nachts am Rad

Doch Vorsicht, Miezen sind kapriziös. Erst recht, wenn man sie zu Hause sitzen lässt, während man selber zur Arbeit geht. Stubentiger brauchen einen Partner, sagt Schreiber. Und da ist längst nicht jeder gut genug. Gelangweilte Schmusekätzchen und hochwohlgeborene Edelkater fahren auch schon mal die Krallen aus, bearbeiten Möbel und Tapeten.

Abends, pünktlich zum Feierabend, schnurren sie dann meist wieder friedlich, kuscheln und spielen. Genau wie Ratten und Mäuse, die nachtaktiv sind. Hyperaktive Zwerghamster drehen auch weit nach Mitternacht noch viele Runden im Rad. Und Kaninchen machen verzückt Liebe, am liebsten in einem großen Gehege, unterm Sternenhimmel.

Wer keine Lust auf Hamster-Happening und Kanickel-Kiez hat, dem bleibt immer noch das Aquarium. Guppy, Neon, Panzerwels sind treue, stumme Gefährten. Und ihren Schlaf kann man sogar programmieren. Licht an, und die Fische schwimmen. Licht aus, und sie schlafen. In der Regel von abends 8 bis morgens 8 Uhr. Ideal für Top-Manager, die viel fliegen.

Denn die Kiementierchen nehmen gelegentliche Dienstreisen nicht übel, wenn man mal von dem ein oder anderen Todesfall im Becken absieht. Über ihr Smartphone haben die Chefs selbst große Schwärme im Griff. Schreiber erklärt: "Es gibt inzwischen Zeitschaltuhren, die eine automatische Fütterung ermöglichen. Sogar Wasser- und Temperaturtests lassen sich über Handy abrufen."

Wer dann aber immer noch glaubt, dass ein eigenes Tier mehr Lebenslast als Lebenslust ist, der kann wohl nur noch ein Teilzeit-Herrchen werden. Viele Tierheime suchen Gassigänger - gern auch für sonntags.

Fotostrecke

Hund vor Gericht: Kein Tier fürs Büro

Foto: Rolf Vennenbernd/ dpa
dpa/sid