Gedächtnistraining: Wie Pausen das Gehirn effektiver machen - DER SPIEGEL
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Gedächtnistraining Wie Pausen das Gehirn effektiver machen

Hektik und Multitasking stressen unser Gehirn. Die Folge: Vergesslichkeit. In Folge zwei des Gedächtnistrainings von SPIEGEL CLASSIC geht es um Ruhepausen im Alltag - und wie sie unsere Merkfähigkeit verbessern können.
Foto: Jörg Hülsmann / SPIEGEL CLASSIC
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Viele Menschen - egal, ob jung oder alt - haben im Alltag oft das Gefühl, dass sie ein schlechtes Gedächtnis haben. "Ich glaub, ich kriege Alzheimer" ist eine Art geflügeltes Wort, sobald man schusselig nach Schlüsseln sucht oder sich nicht mehr an irgendwelche Fakten erinnert. Für diese Vergesslichkeit gibt es aber oft eine einfache Erklärung: "Bei vielen Menschen ist der Kopf zu voll, sie sind einfach immer beschäftigt", sagt Kognitionswissenschaftler Hans Markowitsch.

Durch die moderne Technik und die permanente Erreichbarkeit machen jüngere Erwachsene und Berufstätige kaum noch geistige Pausen und sind deshalb mental erschöpft. Die Rede von der "digitalen Demenz" beschreibt letztlich diesen Zusammenhang. Aber auch Menschen, die nicht ständig am Mobiltelefon hängen, überfordern ihr Gedächtnis häufig durch Hektik, Stress und Multitasking. Deshalb geht es in den Aufgaben dieser Woche darum, mehr Pausen in den Alltag einzubauen und so eine gewisse Erholung für die grauen Zellen zu schaffen. Sie werden wahrscheinlich überrascht sein, wie effektiv diese Übungen sind.

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Weil Menschen unterschiedlicher Altersgruppen auch unterschiedliche Lebensstile haben, gibt es in dieser Woche wiederum zwei Trainingsaufgaben: Die eine bezieht sich auf "Smartphone-Junkies", die andere auf Menschen aller Altersgruppen, die sich im Alltag oft Stress machen und versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen. Entscheiden Sie selbst, welche Übung besser zu Ihrem Alltag passt.

Für Smartphone-Junkies: Auszeiten für Minuten

Eine der Schwierigkeiten der modernen Arbeits- und Lebenswelt besteht darin, dass viele Menschen Pausen dazu nutzen, Mails zu checken, WhatsApp-Nachrichten zu schreiben oder irgendwelche Nachrichten zu lesen. Anstatt wirklich Pause zu machen. Vom Nachmittagskaffee im Job bis zum Warten an der Bushaltestelle - wir sind so gut wie immer mit Informationsaufnahme beschäftigt. Auch wenn wir das amüsant und sogar "erholsam" finden - unser Gehirn wird von der Informationsflut so überfordert, dass das Gedächtnis nachlässt.

Versuchen Sie deshalb in dieser Woche jeden Tag zwei medienfreie Pausen zu gestalten. Sie können beim kleinen Kaffee zwischendurch offline bleiben. Oder in der Mittagspause. Oder in Wartezeiten das Mobiltelefon in der Tasche lassen. Wenn Sie zwei Pausen von etwa 10 bis 15 Minuten pro Tag schaffen, wird sich das schon positiv auf ihre geistige Fitness auswirken. Fragen Sie sich am Ende jeden Tages, ob Sie sich frischer und weniger durcheinander fühlen. Halten Sie eine Woche durch. Es lohnt sich.

Für Gestresste: Eins nach dem anderen

Nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und überlegen Sie, in welchen Situationen des Alltags Sie versuchen, Aufgaben gleichzeitig zu erledigen, und wann sie in Hektik und Stress verfallen: Ist es bei der Arbeit, wenn Sie vor dem Nachhausegehen noch schnell fünf Mails schreiben wollen und gleichzeitig das Büro aufräumen? Ist es bei der Hausarbeit, die Sie erledigen, während Sie telefonieren oder Nachrichten schauen? Oder bei Fahrzeiten, in denen Sie noch Arbeitsunterlagen durchlesen?

Haben Sie Ihre "Engpässe" gefunden? Gut. Dann gönnen Sie es sich in dieser Woche, täglich mindestens zwei Mal auf Doppelaufgaben und Hektik zu verzichten. Auf dem Nachhauseweg in der U-Bahn schauen Sie aus dem Fenster, im Haushalt machen Sie eine Sache nach der anderen. Bei der Arbeit verschieben Sie die "fünf dringlichen Mails" auf den nächsten Tag. Probieren Sie es aus. Zusatztipp: Setzen Sie sich außerdem einmal am Tag für eine Fünf-Minuten-Meditation aufs Sofa. Stellen Sie einen Timer auf fünf Minuten und probieren Sie, in der Zeit nur zu sitzen und nichts zu tun. Atmen Sie langsam ein und aus. Konzentrieren Sie sich auf den Atem. Man kann dabei nichts "richtig" oder "falsch" machen. Prüfen Sie am Ende jeden Tages, ob Sie sich besser und geistig frischer fühlen als sonst.

Wichtig: Falls Sie feststellen, dass Sie von den Übungen in dieser Woche sehr profitieren, gehören Sie wahrscheinlich zu den Menschen, die zwar "geistig fit und aktiv" sind, sich aber permanent mit Reizen überfordern. Bleiben Sie bei dieser Übung, wenn sie Ihnen zusagt! Wem die Auszeiten und Mini-Meditationen gefallen: Vielleicht laden Sie sich eine Meditations-App auf Ihr Telefon oder kaufen sich eine Übungs-CD.

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