Gehaltsgespräch Kontern Sie die Killerphrasen der Chefs
Wer nicht hart verhandelt, wartet vergeblich auf den Geldsegen
Foto: Hiroshi Watanabe/Getty ImagesJa klar, so ein Sommerurlaub ist teuer: In einer lauwarmen Nacht an der Küste bummeln, Wein trinken, Käse dazu... Das sind natürlich bessere Perspektiven, als zu Hause in die Tiefen des Kühlregals zu kriechen. Doch was tun? Der Verdienst reicht eigentlich nie, und der Chef legt freiwillig keinen Cent drauf. Und leider sind Sonne, Strand und Meer nicht die richtigen Gründe für mehr Geld. Gehaltscoaches haben bessere Argumente parat und sie mit SPIEGEL ONLINE geteilt.
Was zählt, ist die Vorbereitung. Wer mehr Geld will, sollte seinen Vorstoß gut vorbereiten und dann mit der richtigen - positiven - inneren Haltung in das Vieraugengespräch gehen.
"Es interessiert den Vorgesetzten wenig, ob Sie sich eine neue Eigentumswohnung kaufen wollen", sagt Coach Christine Maurer. Die Unternehmerin hat eine eigene Beratungsfirma und hilft Arbeitnehmern und Führungskräften, ihren Auftritt und ihre Ausstrahlung zu verbessern. Dabei zählt vor allem das eigene Denken: "Wichtig ist, sich klar vor Augen zu führen, welchen Nutzen Sie der Firma bringen." Wer weiß, was er leistet, der weiß auch, was er verdient hat.
Hier finden Sie die Killerphrasen der Chefs. Verschiedene Coaches geben Tipps, wie Sie sich wehren können.
Das Timing zählt, der Auftritt auch
Es gilt: Je schlechter die Laune des Chefs, umso geringer die Chance auf mehr Geld. Das Timing der Gehaltsverhandlung zählt - auch, wenn man manchmal warten muss. Verweist der Chef auf seinen Terminkalender, hilft sanftes Nachbohren, sagt Maurer. Wenn nicht jetzt, dann aber bitte bald, mit Termin.
Ist der Tag gekommen, stärkt vielleicht ein schicker Anzug das Selbstbewusstsein. "Dem Vorgesetzten sollten Sie auf respektvoller Augenhöhe begegnen", rät Maurer. Auf jeden Fall in branchenüblicher Kleidung, "aber nicht im Armani-Anzug, wenn der Chef keinen trägt".
"Klar sitzen die Chefs am längeren Hebel", sagt Reto Schlatter. Er ist Studienleiter der Schweizer Journalistenschule MAZ und bringt Journalistenschülern in Hamburg bei, wie sie für mehr Geld kämpfen können. Und das heißt auf keinen Fall, "dass sie sich alles gefallen lassen müssen."
Doch was tun, wenn die Argumente zwar gut sind, sich der Chef aber windet, immer neue Ausreden findet: Geht nicht. Weiß nicht. Haben Sie Geduld. Dann darf der Bewerber auf keinen Fall einknicken, sondern muss selbstbewusst einen anderen Weg finden, so Schlatter. Der Nervenkrieg zahlt sich meist aus, denn Hartnäckigkeit ist eine Eigenschaft, die viele Chefs schätzen.