Computersteuerung mit den Füßen Ein Tritt, und Facebook öffnet sich
Arbeiten am Steh-Schreibtisch
Foto: Leren Lu / Photodisc / Getty ImagesTippen, klicken. Auf manchen Laptops vielleicht auch: wischen. Das sind die Möglichkeiten, mit denen man einem Computer normalerweise mitteilt, was man von ihm möchte. Die Füße sind dabei unbeteiligt, zumindest bei durchschnittlichen Büroarbeitern.
Ein Vorschlag von Arbeitswissenschaftlern der Universität Waterloo soll das ändern. Sie haben eine Möglichkeit der Fußsteuerung von Computern entwickelt, die sich speziell an Nutzer von Stehschreibtischen richtet. Die Idee dahinter: Ein Stehschreibtisch bringt erst dann wirklich etwas, wenn man die Leute auch dazu bringt, sich zu bewegen.
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Daniel Vogel von der Waterlooer Schule für Computerwissenschaften hat das System auf einer Tagung im australischen Brisbane vorgestellt, ein YouTube-Video (siehe oben) erklärt die Funktionsweise. "Uns ging es hauptsächlich darum, die körperliche Aktivität bei der Computerarbeit zu erhöhen. Aber wir haben die Idee noch erheblich erweitert, sodass sie gegen Internetablenkungen helfen könnte", sagt er.
Wer jemals mit Nintendos Wii gespielt hat, der Spielekonsole, die Körperbewegungen zur Befehlseingabe besonders populär gemacht hat, wird mit dem System kaum fremdeln. Unter dem Schreibtisch erfasst eine Kamera die Fußbewegungen des Nutzers. Im derzeitigen Entwicklungsstadium müssen außerdem Sensoren an den Füßen befestigt werden.
Die Grundbewegungen sind ein Tippen mit der Fußspitze, der Hacke oder dem ganzen Fuß. Außerdem kann man mit einem Hüpfer zur Seite eine Hilfeseite aufrufen. Welche Befehle so ausgelöst werden, kann der Nutzer selbst festlegen. Sie gelten dann für ganz normale Programme.
Im Videobeispiel tippt der Nutzer mit der rechten Hacke, und es öffnet sich ein neuer Tab im Browser. Mit Trittbewegungen navigiert er in den Google-Ergebnissen, schiebt er die linke Fußspitze nach hinten, wird auf dem Bildschirm gescrollt. Wenn er einen längeren Text schreibt, kann die Musikwiedergabe mit den Füßen gesteuert werden: Pause, Vorspulen, Lautstärke.
Das sieht alles ein bisschen ungewöhnlich, aber nicht wahnsinnig unbequem aus. Unbequem wird es nur bei Internetablenkungen - und das ist Absicht. Facebook kann nämlich nur mit einer Fußposition geöffnet werden, bei der man nicht entspannt stehen kann. Der Proband im Video schließt die Seite dann auch nach kurzer Zeit wieder.
Ob sich das durchsetzen wird? Die Social-Media-Hürden dürften das System nicht bei allen beliebter machen. Und so lange man es nur nutzen kann, während man steht, sind die Einsatzmöglichkeiten recht eingeschränkt. Zunächst einmal werden die Wissenschaftler aus Waterloo weiter daran forschen.