ARCHITEKTUR Ätzende Eiche
Eine »überraschende Sinnlichkeit« sollten die unbehandelten Eichenfußböden dem Londoner Museum Tate Modern geben - so hatten es sich die Schweizer Innenarchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron vorgestellt. Doch nun werfen Kritiker und Holzexperten den Designern vor, der unversiegelte Boden erzeuge vor allem säurehaltigen Staub, der Metalle und Keramik in den Kunstwerken angreife. Der Kunstkritiker des »Evening Standard«, Brian Sewell, sprach von »totalem Wahnsinn": Man brauche sich nur den Berg von Dreck anzusehen, der von den 20 000 Besuchern jeden Tag in das Museum getragen werde, um sich eine Vorstellung davon zu machen, wie viel aggressiver Staub sich auf die Ausstellungsstücke legen werde. Eine Sprecherin der im Mai eröffneten Tate Modern wies die Vorwürfe zurück: »Wir haben uns im Vorfeld sorgfältig mit dem Problem beschäftigt und sind zu dem Schluss gekommen, dass solche Befürchtungen grundlos sind.«