Futtern hinter Gittern - DER SPIEGEL
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GASTRONOMIE Futtern hinter Gittern

• aus DER SPIEGEL 50/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Den Deutschen scheint ihr Appetit auf Zucht und Ordnung nicht auszutreiben zu sein. Das beweist der enorme Zulauf im Barmstedter »Schlossgefängnis«, einem Lokal bei Hamburg. Dort werden die Gäste von einem Gefängniswärter nach strengen Regeln schikaniert. Wer sich weigert, die Sträflingsmütze aufzusetzen, bekommt schon mal Ketten oder schwere Kugeln angelegt. Die Knastköchin wacht darüber, dass nichts auf den Tellern bleibt. Andernfalls werden die zahlenden Zuchthäusler in die Einzelzelle gepfercht. Wem solche Selbstkasteiung hinter Schloss und Riegel nicht schmecken will, der darf auf freiem Fuß das Gemäuer besichtigen. Immerhin hat der ehemalige Sitz der Ritter von Barmstede schon einen wirklichen Mord erlebt: Hier wurde 1721 der Besitzer Graf Christian Detlef zu Rantzau umgebracht und sein Bruder Wilhelm Adolf für die Tat lebenslang inhaftiert.

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