Aus für Klatschblatt: Burda stellt "Chatter" ein - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Aus für Klatschblatt Burda stellt "Chatter" ein

Drama, Verrat, Kollaps! Nach nur gut zwei Monaten nimmt Burda das neu entwickelte Klatschblatt "Chatter" wieder vom Markt. Das Billigmagazin, geplant als "Hybrid zwischen Zeitung und Zeitschrift", habe den "anvisierten Massenmarkt nicht erreicht".
Klatschblatt "Chatter": "Sehr junge Zielgruppen"
Klatschblatt "Chatter": "Sehr junge Zielgruppen"

Klatschblatt "Chatter": "Sehr junge Zielgruppen"

Foto: Chatter
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Es mag unklug gewesen sein, das Blatt so zu benennen, dass sich sein Titel bei unsauberer Aussprache wie eine Käsesorte anhört - wird so doch eine Assoziation geweckt, die fast schon ausgestorben schien: Das so altbackene wie abschätzige Wort "Käseblatt". Und altbacken, das sollte " Chatter" nun gar nicht sein.

Noch zur Einstellung vermeldet Burda fast stolz, es sei "'Chatter' auf Anhieb" gelungen, "Platz zwei der jungen Peoplemagazine" einzunehmen, dies sei "eine sehr gute Resonanz bei sehr jungen Zielgruppen."

Wohl nicht genug. Ende August wurde Chefredakteur Boris Hächler abgelöst. Und während der eine oder andere Medientheoretiker noch über das genaue Alter der "sehr jungen Zielgruppen" sinnieren mag, hat Reinhold G. Hubert, Geschäftsführer des zuständigen Burda Medien Park Verlag, das Produkt nun, wie es in einer Pressemitteilung heißt, gänzlich "aus dem Markt genommen"; denn: "Wir haben nicht den anvisierten Massenmarkt erreicht."

Vielleicht versucht's der Verlag bald mit einem neuen Käseblatt. Wie wär's mit "Läster"?

sha