Reporter ohne Grenzen Pressefreiheit verschlechtert sich weltweit
Pegida-Demonstration
Foto:Arno Burgi/ dpa
Deutschland steigt in der Rangliste der Pressefreiheit vier Plätze auf Rang 16 ab. Die Organisation Reporter ohne Grenzen, die diese Liste jedes Jahr erstellt, erklärte dazu, dies sei "eine Folge der stark gestiegenen Zahl von Anfeindungen, Drohungen und gewalttätigen Übergriffen gegen Journalisten".
In Deutschland zählte Reporter ohne Grenzen im vergangenen Jahr 39 gewaltsame Übergriffe gegen Journalisten, etwa bei Demonstrationen der islam- und fremdenfeindlichen Pegida-Bewegung. Gewalt gegen Berichterstatter und Anfeindungen bis hin zu Todesdrohungen hätten "massiv zugenommen".
In allen Weltregionen sei ein Rückgang der Freiräume für Medien zu beobachten. "Zunehmend autokratische Tendenzen in Ländern wie Ägypten, Russland oder der Türkei tragen zu diesem Trend ebenso bei wie die bewaffneten Konflikte etwa in Libyen, Burundi und dem Jemen", heißt es bei Reporter ohne Grenzen.
Die Türkei steht weit unten auf der Liste und rutsche noch einmal ab - von Platz 149 auf Rang 151. "Wiederholt wurden Nachrichtensperren verhängt, Redaktionen überfallen oder unter staatliche Zwangsverwaltung gestellt, ausländische Reporter festgenommen und kritische Journalisten mit Klagen überzogen," so Reporter ohne Grenzen. Erst gestern wurde einem deutschen Journalisten die Einreise verweigert.
Auf Platz 1 der Rangliste steht Finnland, es folgen die Niederlande und Norwegen. Am schlechtesten ist es dem Ranking zufolge um die Pressefreiheit in den Diktaturen Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea bestellt. Sie landeten wie im Vorjahr auf den letzten drei Plätzen der 180 Länder.