taz-Späh-Affäre: Staatsanwaltschaft befasst mit Keylogger - DER SPIEGEL
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Späh-Affäre bei der "taz" Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen

Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft Ermittlungen gegen einen früheren "taz"-Redakteur. Der 36-Jährige wird verdächtigt, Computerdaten mehrerer Journalisten-Kollegen abgefangen zu haben.
"taz"-Haus in Berlin: Staatsanwaltschaft mit Späh-Affäre befasst
"taz"-Haus in Berlin: Staatsanwaltschaft mit Späh-Affäre befasst

"taz"-Haus in Berlin: Staatsanwaltschaft mit Späh-Affäre befasst

Foto: REINHOLD HUEGERICH/ ASSOCIATED PRESS
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Hamburg - Die Späh-Affäre, die Ende Februar die Redaktion der Tageszeitung "taz" erschütterte, beschäftigt nun auch die Berliner Staatsanwaltschaft. Wie ein Sprecher der Anklagebehörde auf Nachfrage von SPIEGEL ONLINE erklärte, werde derzeit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen einen ehemaligen "taz"-Redakteur geprüft. Hintergrund sei eine am 26. Februar erstattete Strafanzeige der "taz", die dem 36-jährigen Ex-Mitarbeiter das illegale "Abfangen von Daten" vorwerfe.

Nach Angaben der "taz"  sei der Journalist am 18. Februar bei dem Versuch ertappt worden, einen sogenannten Keylogger aus dem Computer einer "taz"-Praktikantin abzuziehen. Solche Geräte, die herkömmlichen USB-Sticks ähneln, zeichnen verdeckt alle über die Tastatur eingegebenen Zeichenfolgen auf. So können unter anderem Login-Daten und Passwörter abgefangen werden.

Bei einer ersten Analyse des Keyloggers von EDV-Spezialisten der "taz" seien auf dem Keylogger Daten von 16 Mitarbeiteraccounts entdeckt worden. Wie es aus der Redaktion hieß, sei dem verdächtigen Redakteur umgehend Hausverbot erteilt worden; zudem wurde er zu einem Termin geladen, bei dem er sich zu den Vorwürfen äußern sollte. Dieser Einladung sei er jedoch nicht nachgekommen. Inzwischen sei ihm gekündigt worden .

Für eine Stellungnahme war der Verdächtige am Dienstag telefonisch nicht zu erreichen. Im Fall einer Verurteilung wegen des Abfangens von Daten drohen ihm laut Strafgesetzbuch  bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe.

srö