Ulrich Wickert: "Ich bin lernfähig" - DER SPIEGEL
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Ulrich Wickert "Ich bin lernfähig"

Der in die Kritik geratene TV-Journalist Ulrich Wickert will Konsequenzen aus der Affäre um seinen umstrittenen Zeitschriftenartikel ziehen. Er kündigte an, keine Kolumnen mehr zu schreiben. Die ARD entscheidet in den nächsten Tagen über Wickerts Fernseh-Zukunft.
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Hamburg - Laut "Bild am Sonntag" soll die öffentliche Diskussion um Wickerts Beitrag für die Zeitschrift "Max" am Montag bei der ARD-Schaltkonferenz erörtert werden. Die TV-Oberen reagieren damit auf die seit Tagen anhaltenden Forderungen der CDU und CSU, den von ihnen kritisierten Fernseh-Moderator aus dem Nachrichten-Dienst zu entfernen.

Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses des Bundestags, Friedbert Pflüger (CDU) sorgt sich vor allem um die Signalwirkung der Wickert-Affäre bei den Amerikanern. Der "Bild am Sonntag" sagte er, "die Bedenken und Belehrungen von Grünen und Meinungsmachern wie Wickert werden natürlich in den USA registriert." Dort, so Pflüger, bezweifle man inzwischen, ob es die Deutschen mit ihrer Bündnistreue "wirklich ernst meinen". Der Leiter der bayerischen Staatskanzlei Erwin Huber (CSU) forderte den für die "Tagesthemen" zuständigen NDR erneut auf, Wickert vom Bildschirm zu nehmen, da er nicht mehr glaubwürdig über Maßnahmen der USA gegen Terrorismus berichten könne, berichtet das Magazin "Focus".

Wickert selbst sagte der "Bild am Sonntag", dass er persönliche Konsequenzen aus der Affäre ziehen werde. "Ich bin lernfähig. Ich werde zum Beispiel keine Kolumnen mehr schreiben." Der 58-jährige TV-Journalist versicherte, er habe sich trotz vieler Nebenjobs bisher sehr gut auf die "Tagesthemen" konzentrieren können, die bei ihm stets "an erster Stelle" stünden. In dem Zeitungs-Interview bekräftigte Wickert noch einmal, einen "Denkfehler" gemacht zu haben, zeigte sich aber der breiten Zustimmung der Bevölkerung bewusst ("71,99 Prozent bei der Abstimmung von Bild.de"). Er sprach sich außerdem dafür aus, dass eine "wohlbegründete kritische Auseinandersetzung" auch in diesen Tagen nicht fehlen dürfe.