Vergebung Weiterhin Wickert
Hamburg - Bei ihrer regulären Schaltkonferenz hätten die Senderchefs die "entschiedene Entschuldigung" Wickerts für seine Äußerungen akzeptiert, sagte ARD-Sprecher Rüdiger Oppers. Bereits am Freitag hatte der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen erklärt, dass er zu Wickert "in dieser Form, wie er seine Äußerungen zurückgenommen und bedauert hat", weiter stehe.
Der ARD-Nachrichtenmoderator hatte in einem Zeitschriftenartikel, bei dem es um einen FAZ-Beitrag der indischen Schriftstellerin Arundhati Roy ging, Bush und dem Moslem-Extremisten Osama Bin Laden "gleiche Denkstrukturen" bescheinigt. Der 58-jährige Anchorman der "Tagesthemen" entschuldigte sich dann in seiner Sendung am vergangenen Mittwoch für die "missverständliche und misslungene" Formulierung. Am Wochenende hatte Wickert außerdem erklärt, er werde künftig keine Kolumnen mehr schreiben.
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Nach ARD-Angaben wurde über den Fall Wickert am Montag lediglich "äußerst kurz" gesprochen. MDR-Intendant Udo Reiter hatte in einem Brief an seine Kollegen eine Debatte mit der Begründung verlangt, die "unglückseligen Äußerungen" des Moderators stellten "die Tagesthemen- Tauglichkeit von Herrn Wickert massiv in Frage".
Die Intendanten seien sich auch einig gewesen, dass Wickert nach den massiven Angriffen gegen seine Person mit der persönlichen Erklärung in den "Tagesthemen" richtig reagiert habe. Allerdings dürfe es nicht "stilbildend" werden, dass Moderatoren in Sendungen ihre persönliche Meinung abgäben, sagte ARD-Sprecher Oppers.