Box Office: Das Kreuz mit den Rittern - DER SPIEGEL
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Box Office Das Kreuz mit den Rittern

"Gladiator", "Troja", "Alexander": Schild und Schwert sind wieder salonfähig in der Traumfabrik. Ridley Scotts sowohl in Amerika als auch in Deutschland gestartetes Kreuzfahrer-Epos "Königreich der Himmel" versucht, an diesen Trend anzuknüpfen. Der große Reibach blieb bisher jedoch aus.
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Große Dramen, rasante Action, tragische Liebe: Antike und Mittelalter gelten in Hollywood als der perfekte Fundus für Blockbuster-Stoffe. Spätestens seit Ridley Scotts "Gladiator" im Jahr 2000 ein Riesenpublikum begeisterte und den Oscar als bester Film einheimste, ist die kriegerische Vergangenheit wieder hoch aktuell.

Orlando-Boom mit Ridley Scott

Jetzt hat sich Scott die Kreuzfahrer vorgeknöpft: Sein Historiendrama "Königreich der Himmel" präsentiert "Herr der Ringe"-Star Orlando Bloom als Kreuzritter, der im Jerusalem des 12. Jahrhunderts gegen korrupte Templer und mächtige Sarazenen kämpft. Trotz "Hollywoods No.1 pretty boy", wie der "Rolling Stone" Bloom unlängst bezeichnete, und einem enormen Produktionsbudget von 150 Millionen Dollar lockte der Blockbuster allerdings weniger Zuschauer an als erwartet. Zwar setzte sich das "Königreich" mit 20 Millionen Dollar Einspiel an Platz eins der Charts, hatte jedoch den schwächsten Start eines Films am ersten Mai-Wochenende der letzten sieben Jahre. Anfang Mai beginnt in Hollywood offiziell die Sommersaison; das Auftakt-Wochenende gilt als Indikator für das bevorstehende Geschäft.

Ebenfalls enttäuschend: das neu gestartete Remake des Fünziger-Jahre-Horrorfilms "House of Wax" . 12,2 Millionen Dollar spielte die Gruselklamotte um eine Studentenclique, die in einem Wachsmuseum ihr Leben lässt, ein. Zum Cast des von der US-Kritik überraschend milde rezensierten Films gehören neben "24"-Star Elisha Cuthbert auch Amerikas notorischste Prominente, die Hotelerbin Paris Hilton.

Kosmische Gewinne blieben auch beim Spitzenreiter der Vorwoche aus: "Per Anhalter durch die Galaxis" , die neueste Kino-Adaption von Douglas Adams' gleichnamigem Science-Fiction-Bestseller, brach um mehr als 50 Prozent ein und kam auf lediglich 9,2 Millionen Dollar. Auf Platz vier, mit 9,1 Millionen Dollar Einspiel, startete das groß besetzte Regiedebüt "Crash"  des "Million Dollar Baby"-Drehbuchautoren Paul Haggis. In dem bereits mit Robert Altmans legendärem Episodenfilm "Short Cuts" verglichenen Drama spielen unter anderem Sandra Bullock, Don Cheadle, Matt Dillon und Brendan Fraser eine Reihe von Großstadtmenschen, deren Zusammenleben von Rassismus und Gewalt zerstört wird. Schlusslicht der Top Fünf: Sidney Pollacks ""Die Dolmetscherin", auf dessen Konto 7,5 Millionen Dollar gingen.

Hoffen auf den "Himmel"

Auch in Deutschland kämpften sich die Kreuzritter an Platz eins der Charts: Rund 650.000 Zuschauer hatten Lust auf Hauen und Stechen im Heiligen Land. Anders als in den USA atmet die deutsche Kinobranche damit erst einmal auf: "Königreich der Himmel" legte das bislang drittbeste Startergebnis des Jahres vor, blieb allerdings hinter dem fulminanten Auftakt von "Gladiator" im Jahr 2000 (710.000 Zuschauer) zurück.

Auf Platz zwei müht sich Nicole Kidman in "Die Dolmetscherin" als Uno-Angestellte mit deprimierten Cops und korrupten Diktatoren ab (175.000 Zuschauer). Platz drei geht an "Der Babynator" mit Action-Star Vin Diesel im Babysitter-Stress. Auch auf Platz vier ein Action-Held, allerdings nicht mit Schnuller und Rassel, sondern mit großkalibrigen Waffen ausgerüstet: Rapper Ice Cube sorgt in "XXX2 - The Next Level" für Bombenstimmung auf der Leinwand und bescherte den deutschen Kinos etwas mehr als 120.000 Besucher.

Die Top Fünf beschließt die romantische Komödie "barfuß" mit Til Schweiger als Sozialarbeiter wider Willen (110.000 Besucher). Zweiter Neuling in den Top Zwanzig: Die Komödie "Whisky" um einen schrulligen Fabrikbesitzer, der eine Angestellte gegenüber seiner Familie als Ehefrau ausgibt (12.500 Zuschauer).

Ein insgesamt akzeptables Wochenende für Deutschlands Kinobetreiber: 1,7 Millionen Tickets wurden insgesamt gelöst.

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