Box Office Verrückt nach Jennifer
Los Angeles/Hamburg - Monatelang waren die Boulevard-Blätter voll mit Gerüchten über die vermeintliche Romanze zwischen "Friends"-Star Jennifer Aniston und Schauspieler Vince Vaughn ("Wedding Crashers"). Vergangene Woche prahlte die Ex-Frau von Hollywood-Beau Brad Pitt dann auch noch damit, wie leicht ihr die Nacktszene mit Vince gefallen seien, die es offenbar in "The Break-Up" ("Trennung mit Hindernissen") zu sehen gibt. In dem ersten gemeinsamen Film der beiden geht es um ein Pärchen, das sich eigentlich getrennt hat, aber noch zusammen in der gemeinsamen Wohnung haust.
Nachdem Jennifer Anistons erster Kinoauftritt nach dem "Friends"-Ende und der Trennung von Pitt in dem mediokren Thriller "Derailed" eher enttäuscht hatte, strömten die Massen nun umso neugieriger in die romantische Komödie, die am Wochenende prompt 38,1 Millionen Dollar umsetzte und damit den drittbesten Frühjahrsstart einer Komödie in den USA hatte. Umsatzstärker waren nur "Hitch - der Date-Doktor" und die Adam-Sandler-Komödie "50 First Dates". So viel zum Thema geschicktes Marketing, denn die US-Kritiker ließen kein gutes Haar an der Liebesklamotte.
Das Nachsehen hatte der dritte Teil der "X-Men"- Trilogie, der in der Vorwoche noch einen neuen Memorial-Day-Rekord aufgestellt hatte, in der zweiten Woche aber 67 Prozent seines Startumsatzes einbüßte und mit 34,7 Millionen Dollar auf Rang zwei landete. Das Gesamtergebnis des Superhelden-Films kann sich indes sehen lassen: 175,7 Millionen Dollar in nur zehn Tagen verdiente das Action-Spektakel mit Halle Berry und Hugh Jackman.
Rang drei ging an den Dreamworks-Animationsfilm "Over the Hedge" ("Ab durch die Hecke"), der in seiner dritten Woche 20,6 Millionen Dollar umsetzte und bei insgesamt 112,4 Millionen Dollar Umsatz liegt. "The Da Vinci Code" landete - ebenfalls in der dritten Woche - mit 19,3 Millionen. Dollar auf Platz vier (gesamt: 172,7 Millionen Dollar). "Mission: Impossible III" bildet mit 4,7 Millionen Dollar Wochenendumsatz das Schlusslicht der nordamerikanischen Top Fünf.
Der wahre Gewinner des Wochenendes ist indes Al Gores grimmig-unterhaltsame Umweltdokumentation "An Inconvenient Truth" ("Eine unbequeme Wahrheit") über die Gefahren der globalen Erderwärmung. Der Film von Regisseur Davis Guggenheim schaffte mit nur 77 Kopien und einem Umsatz von 1,3 Millionen Dollar den Sprung in die Top Ten (Platz neun). Der Film verfügte damit über einen besseren Besucher-pro-Kopie-Schnitt als "The Break-Up".
In Deutschland beherrscht der "Da Vinci Code" seit nunmehr drei Wochen die Kinocharts: Mit etwa 650.000 Besuchern erhöhte die Bestseller-Verfilmung ihr Gesamtergebnis laut "Blickpunkt: Film" am Wochenende auf mehr als vier Millionen Besucher. Platz zwei behielt "X-Men: Der letzte Widerstand" mit rund 300.000 Zuschauern. Die Comic-Adaption übersprang am zweiten Wochenende die Eine-Million-Besucher-Hürde.
Auf Platz drei landete mit dem Disney-Animationsfilm "Tierisch wild" der beste Neustart des Wochenendes, der mit 502 Startkopien auf etwa 185.000 Kinogänger kam. Danach folgen mit "Flug 93" und "Date Movie" zwei weitere Newcomer: Das mit 189 Kopien gestartete Thriller-Drama über den Kampf an Bord des am 11. September 2001 entführten Fluges "United 93" und die alberne Komödie lockten jeweils rund 100.000 Zuschauer.