Box Office: Warten auf Harry P. - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Box Office Warten auf Harry P.

Kurz vor dem Start des Blockbusters "Harry Potter und der Feuerkelch" wurden in den USA hektisch neue Filme herausgebracht. Gegen "Chicken Little" hatte jedoch nicht einmal Rapper 50 Cent eine Chance. Deutschland versuchte sich "In den Schuhen meiner Schwester".
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Los Angeles/Hamburg - Die Wahl des Starttermins Anfang November erweist sich als Glücksgriff für Disney, denn "Chicken Little" , der erste komplett am Computer generierte Animationsfilm des Trick-Giganten, blieb auch in seiner zweiten Woche auf dem Spitzenplatz und spielte noch einmal 32 Millionen Dollar ein. Bevor am Donnerstag weltweit das vierte "Harry Potter"-Abenteuer in den Kinos anläuft, dürfte der Familienfilm die 100-Millionen-Dollar-Grenze überschritten haben.

Auch die anderen Studios bemühten sich, ihre Film noch vor dem Potter-Start herauszubringen, allerdings mit mäßigem Erfolg: "Derailed" , der erste Film der neuen Firma der ehemaligen Miramax-Bosse Harvey und Bob Weinstein, schaffte es mit 12,8 Millionen Dollar Startumsatz nur auf den dritten Rang, obwohl "Friends"-Star Jennifer Aniston erstmals in einer düsteren Thriller-Handlung zu sehen ist. Die männliche Hauptrolle spielt Clive Owen ("Sin City").

Auf dem zweiten Rang landete mit 14 Millionen Dollar ein weiterer Familienfilm, das Science-Fiction-Abenteuer "Zathura" , basierend auf dem gleichnamigen Kinderbuch. Zwei Kinder, gespielt von Jonah Bobo und Josh Hutcherson, spielen ein magisches Brettspiel und finden sich plötzlich mitsamt ihrem Elternhaus im Weltraum wieder. Gedreht wurde der intergalaktische Kinospaß von Schauspieler Jon Favreau ("Swingers"). Das Drehbuch schrieb David Koepp ("Krieg der Welten", "Spider-Man").

Der autobiographische Film des Rappers 50 Cent, "Get Rich or Die Tryin'"  schaffte es mit einem Umsatz von 12,8 Millionen Dollar auf Rang vier, das HipHop-Spektakel startete allerdings mit rund der Hälfte weniger Kopien als "Chicken Little", "Zathura" und "Derailed". Die Schmonzette "Pride & Prejudice"  mit Keira Knightley, die in Deutschland bereits vor zwei Wochen angelaufen ist, startete in den USA auf Platz zehn der Kinocharts. Die Jane-Austen-Verfilmung setzte 2,8 Millionen Dollar um, war aber nur in 215 Kinos gestartet (zum Vergleich: "Zathura" startete mit 3223 Kopien).

Auch in Deutschland gab es am Prä-Potter-Wochenende nur schwache Besucherzahlen zu verzeichnen. Der mit 401 Kopien gestartete "In den Schuhen meiner Schwester" setzte sich laut "Blickpunkt: Film" mit rund 210.000 Zuschauern an die Spitze und verdrängte "Flight Plan" nach drei Wochen vom ersten Rang. Robert Schwentkes Thriller verbesserte sein Gesamtergebnis mit etwa 170.000 Besuchern am Wochenende auf immerhin 1,7 Millionen Zuschauer.

Überzeugend hielt sich Disneys deutscher Weihnachtsfilm "Es ist ein Elch entsprungen", der mit etwa 120.000 Kinogängern nur minimal gegenüber der Vorwoche abbaute. "Die Legende des Zorro" kam ebenfalls noch einmal auf sechsstellige Zahlen und liegt nun gesamt bei über 650.000 Zuschauern.

Die Top fünf beschließt Cameron Crowes "Elizabethtown" , der am zweiten Wochenende von etwa 75.000 Kinogängern gesehen wurde. Mit "Vier Brüder"  (121 Startkopien) findet sich ein zweiter Neuling in den Top Ten: Mit etwa 60.000 Besuchern kam John Singletons Thriller auf Platz neun. Der Höhlenhorrorfilm "The Descent" (77 Startkopien) hingegen verpasste mit knapp 35.000 Besuchern die besten Zehn.

Insgesamt wurden nur 1,3 Mio. Kinogänger gezählt. Ab nächstem Wochenende wird es wieder deutlich bergauf gehen, wenn "Harry Potter und der Feuerkelch" ansetzt, die Erfolge seiner drei Vorgängerfilme zu wiederholen.

Mehr lesen über

Verwandte Artikel