Filmfestspiele Cannes 2017: Plakat offenbar retuschiert - DER SPIEGEL
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Retuschiertes Plakat für Filmfest in Cannes Der Cardinale-Fehler

Die Schauspielerin Claudia Cardinale ist eine der größten Schönheiten der Filmgeschichte. Die Macher des Plakatmotivs für das Filmfest in Cannes hielten es trotzdem für angebracht, ihr Foto zu retuschieren.
Plakatmotiv zum Filmfestival in Cannes 2017
Plakatmotiv zum Filmfestival in Cannes 2017

Plakatmotiv zum Filmfestival in Cannes 2017

Foto: AFP/ Bronx agency / Archivio Cameraphoto Epoche / Getty Images / Philippe Savoir
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Schwerelos tanzt Claudia Cardinale auf dem am Mittwoch präsentierten Poster für die Filmfestspiele von Cannes. Schönheit, Grazie, Lebensfreude - all das repräsentiert das eigentlich überaus gelungene Motiv. Eigentlich. Denn französische Medien belegen, dass das 1959 entstandene Foto retuschiert wurde, um Cardinale schlanker erscheinen zu lassen.

Auf einer auf Twitter veröffentlichten Animation, die zwischen Original und Plakatmotiv wechselt, ist der Unterschied deutlich zu sehen. In der bearbeiteten Version erscheinen Claudia Cardinales Oberschenkel und Taille dünner. Das französische Kulturmagazin "Télérama" schrieb , die Bildbearbeitung sei zu bedauern.

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User auf Twitter wurden deutlicher. Ein Nutzer schrieb: "Wenn nicht einmal Claudia Cardinale ohne Retuschen Schönheit verkörpern kann, haben wir ein Problem", ein anderer: "Stoppt das Anstiften zum Magersein!". Erst vor wenigen Wochen löste eine Kampagne des Modehauses Saint Laurent Proteste aus. Darauf waren extrem dünne Models und Frauen in sexualisierten Posen zu sehen. Die französische Werbeaufsicht prüft ein Verbot.

Thierry Frémaux, der Leiter der Filmfestspiele in Cannes, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe von der "Polemik" um das Plakat nichts mitbekommen: "Es wird sehr gut aufgenommen."

Mittlerweile hat sich auch Claudia Cardinale selbst zu dem Wirbel geäußert - und bezeichnet ihn als "falsche Polemik". Sie stellte klar: "Ich habe nichts gegen die künstlerische Bearbeitung. Es ist nur ein Poster, auf dem ich beim Tanz zu sehen bin. Dem Bild wurde mehr Leichtigkeit gegeben und ich wurde zur Traumfigur gemacht." Sie sähe darin als überzeugte Feministin keinen Affront auf den weiblichen Körper."Es gibt wichtigere Dinge auf der Welt, die man bereden sollte. Vergessen Sie nicht, es ist nur Kino!"

Fotostrecke

Claudia Cardinale: Ihr Leben - unretuschiert

Foto: AP

Die Italienerin Cardinale ist filmhistorisch übrigens nur nachrangig wegen ihres Aussehens bedeutend. Vor allem brillierte sie in einer ganzen Handvoll unsterblicher Klassiker, darunter "Rocco und seine Brüder", "Achteinhalb", "Der Leopard", "Der rosarote Panther" und "Spiel mir das Lied vom Tod".

kae/dpa

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