Kritik
Franz Schubert: »Sämtliche Sinfonien«. In seiner Neuinterpretation der acht erhaltenen Sinfonien, die der Sängerknabe und Dorfschullehrer zwischen dem 16. Lebens- und dem Todesjahr 1828 komponierte, bietet Wolfgang Sawallisch mit der Dresdner Staatskapelle Klassisches ohne schleppende Tempi und dynamische Wucht. Für Liebhaber gefühlvoller Seelenschluchzer ist die Aufnahme kaum geeignet: Sawallischs Schubert wirkt eher gemessen als innig. Dem Album sind zwei »Ouvertüren im italienischen Stile« beigefügt. (Philips S-C 71 AK 500; 89 Mark.) Benjamin Britten: »A Midsummer Night's Dream«. Er träumt nicht so romantisch wie vor ihm der Sommernachtsträumer Felix Mendelssohn, doch an nächtlich verhuschtem Naturzauber mit Flüster-Parlandi und magischem Jaulen bei Elfenspuk und Rüpeltanz ist kein Mangel. Sieben Jahre nach der Uraufführung präsentiert Komponist Britten seine Shakespeare-Oper als Plattenspiel mit dem Londoner Symphonie-Orchester und schönsten Stimmen: Elizabeth Harwood, Josephine Veasey, Heather Harper. Alfred Deller und Peter Pears. (Decca SET 338-40; 75 Mark.) Sammy Davis jr.: »Entertainer No. 1«. Bossa-Nova-Routine, Jazz-Feeling, Broadway-Schmelz und Soul-Intensität zeigt Sammy Davis in den 14 Bestsellern und Evergreens, die »Hör zu«-Redakteure anläßlich der ersten Davis-Show in Deutschland aus acht US-Alben zu einem Porträt zusammenstellten. Begleitet von Laurindo Almeidas Gitarre, Basies Big Bond und Streichorchestern, beweist der »einäugige Neger jüdischen Glaubens«, wie Davis sich nennt: Sammy Davis, 41, 154 Zentimeter groß, ist im amerikanischen Entertainment der Größte. (Reprise Hör zu SHZT 557; 18 Mark.)