Made in Germany - DER SPIEGEL
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Am Rande Made in Germany

• aus DER SPIEGEL 49/2000
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die deutsche Kultur hat es nicht leicht. Daheim wird sie klein geredet, in der weiten Welt immer weniger wahrgenommen. Da erreicht uns endlich eine gute Nachricht. In Los Angeles haben sich gleich drei deutsche Institutionen zusammengetan: Das Goethe-Institut, das deutsche Generalkonsulat und das German Information Center aus New York laden zu einem Abend über »Aktuelle Vorfälle von Fremdenhass und Antisemitismus in Deutschland« ein. Prominentester Teilnehmer der Runde ist der in Deutschland als Amerika-Experte geltende Karsten Voigt, früher SPD-MdB, heute Koordinator für deutsch-amerikanische Zusammenarbeit. Weil es aber derzeit nicht viel zu koordinieren gibt, setzt ihn das Auswärtige Amt als Aufklärer an der US-Front ein. Es handelt sich freilich um keine ABM-Maßnahme, sondern um die zweite Stufe beim »Aufstand der Anständigen«, der nun global vermarktet werden soll, wie schon das Oktoberfest in Chicago und die Love-Parade in Tel Aviv. Tatsächlich eignen sich Fremdenhass und Antisemitismus noch besser als Exportartikel. Von beiden wird in Deutschland mehr produziert, als der inländische Markt abnehmen kann, und für beides gibt es im Ausland eine starke Nachfrage, vor allem, wenn die Produkte das Gütesiegel »Made in Germany« tragen. So kommt die deutsche Kultur, mit Goethes Hilfe, wieder zur Geltung. Oder wenigstens ins Gerede.

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