Comeback-Konzerte Oasis warnen vor überteuerten Ticket-Weiterverkäufen – »werden storniert«
Oasis-Brüder Noel und Liam Gallagher (r.): Zum ersten Mal seit 2009 wieder gemeinsam auf Tournee
Foto: Samir Hussein / Getty ImagesToday is gonna be the day..., an dem sich viele nostalgische Oasis-Fans in der virtuellen Warteschlange am »Wonderwall« bei Anbietern wie Ticketmaster versammeln werden, um eine oder mehrere Karten für die Reunion-Konzerte der Band aus Manchester zu ergattern. Die Britpop-Band um die lange zerstrittenen Gallagher-Brüder Noel und Liam will 2025 zum ersten Mal seit 2009 zusammen auftreten. Anlass sind die Jubiläen ihrer gefeierten ersten Alben »Definitely Maybe« (1994) und »(What’s The Story) Morning Glory« (1995).
Seit Samstagmorgen sind die Tickets im freien Verkauf. Bald darauf gab es Meldungen über frustrierte Fans, die immer wieder aus der Warteschlange flogen oder von Zusammenbrüchen der Anbieter-Websites berichteten. Am Freitag gab es bereits einen sogenannten Presale, für den sich einige wenige Superfans qualifizieren konnten, indem sie eine Pop-Quizfrage richtig beantworteten. Unter anderem dabei: »Wer war der Original-Drummer von Oasis?« (Tony McCarroll).
Fast gleichzeitig wurden Tickets auf dem Sekundärmarkt angeboten, wie britische Medien berichteten. Auf Plattformen wie Stubhub oder Viagogo wurden demnach Stehplätze zwischen 800 und 4000 Pfund angeboten, für Sitzplätze sollen bereits 6347 Pfund aufgerufen worden sein, rund 7500 Euro.
Die offiziellen Karten kosten zwischen 73 (Sitzplatz) und 151 Pfund für einen der begehrten Stehplätze vor der Bühne (86 bzw. 179 Euro). Tickets für die Auftritte in der Oasis-Heimatstadt Manchester und im Londoner Wembley-Stadion sind generell teurer als die Karten für Edinburgh, Cardiff und Dublin.
Erste Fans äußerten bereits ob dieser für moderne Eventkonzerte hohen, aber inzwischen normalen Originalpreise Unmut in sozialen Medien. Die Band, die sich gern mit ihrer Herkunft aus der Arbeiterklasse brüstet, bekam Spott und Häme zu spüren. Ein User auf X schrieb, das Oasis-Ticket sei ja teurer als seine Konzertkarte für Taylor Swift: »That’s not very working class, is it, lads?«. Ein anderer spekulierte, dass sich die Gallaghers mit den teuren Konzerten vor allem ihre Rentenkasse aufbessern wollen.
Tatsächlich berichten britische Medien, dass die Reunion-Tour insgesamt rund 400 Millionen Pfund einbringen könne, davon würden rund 50 Millionen bei Noel und Liam hängen bleiben. Im »Guardian« sagte der bekannte Musikjournalist und Pop-Wirtschaftsexperte Eamonn Forde, die Band nehme einen besonderen Platz in der Musikhistorie ein und könne mit den Beatles oder Abba verglichen werden. Sie habe aber bisher noch nicht im großen Stil die Nostalgie ihrer Fans monetarisiert. »Sie werden mit diesen Auftritten wahrscheinlich mehr Geld verdienen als in den gesamten Neunzigerjahren«, sagte Forde.
Die Brüder bemühten sich am Samstagmorgen um Schadensbegrenzung. Zwar werde an den Originalpreisen nicht gerüttelt, aber zumindest die horrenden Summen auf dem Sekundärmarkt finden keine Gnade bei den Gallaghers. Die Band schrieb auf X, dass ihre Tickets nur zum Nennwert auf offiziellen Seiten weiterverkauft werden dürften: »Tickets, die auf anderen sekundären Ticketverkaufsseiten erscheinen, sind entweder gefälscht oder werden von den Veranstaltern storniert.«
🚨Please note, Oasis Live ‘25 tickets can only be resold at face value via @TicketmasterUK and @Twickets!
— Oasis (@oasis) August 31, 2024
Tickets appearing on other secondary ticketing sites are either counterfeit or will be cancelled by the promoters.
Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Die zunächst insgesamt 17 Oasis-Shows sollen vom 4. Juli bis zum 17. August 2025 stattfinden. Die ersten Auftritte werden zwei Konzerte im Principality Stadium in Cardiff sein, dann folgen fünf Shows im Heaton Park in Manchester, fünfmal Wembley in London, zweimal Murrayfield in Edinburgh und zweimal Croke Park in Dublin.