THEATER Regie? Da sei Gott vor
SPIEGEL: Herr Horwitz, in der nächs-ten Spielzeit werden Sie eines der renommiertesten deutschen Privattheater übernehmen. Erfüllt sich da ein Traum?
Horwitz: Ach, geträumt habe ich von einem solchen Posten nie. Aber der Wunsch, eine künstlerische Heimat zu finden, begleitet mich schon seit langem. Und die Kammerspiele sind ein Haus, dem ich seit vielen Jahren als Schauspieler verbunden bin. Am 18. September habe ich mit der Rock-Oper »Cool« dort Premiere, einem Zwei-Personen-Stück mit Musik von den Beatles bis zu Tom Waits.
SPIEGEL: Werden Sie nun auch Regie führen?
Horwitz: Da sei Gott vor. Das kann ich nicht. Meine Aufgabe wird es sein, aufregendes Theater zu ermöglichen.
SPIEGEL: Das Haus war bislang als Hort gehobenen Star-Theaters und zeitgenössischer Dramatik bekannt. Gelegentlich gastierten sogar Regie-Größen wie Peter Zadek. Wird das so bleiben?
Horwitz: Auf jeden Fall. Das bisherige künstlerische Konzept ist ja keineswegs gescheitert. Ich möchte allerdings eigene Akzente setzen und zum Beispiel auch Klassiker spielen. Besonders wichtig ist mir allerdings auch die Zusammenarbeit mit den Schulen. Ich möchte mehr Kinder und Jugendliche für das Theater begeistern.
SPIEGEL: Sie sind bislang häufig in TV-Produktionen zu sehen. Werden Sie sich da künftig einschränken müssen?
Horwitz: Ich werde sicher weniger drehen, das ist ganz klar. Aber nach der ersten Saison, wenn ich den Intendanten-Job hoffentlich einigermaßen im Griff habe, werde ich in zwei neuen Produktionen pro Jahr in den Kammerspielen als Schauspieler auf der Bühne zu sehen sein.