"American Idol" "DSDS"-Vorbild wird 2016 eingestellt
Ende für einen Klassiker des Castingfernsehens: Nach 15 Staffeln wird "American Idol" 2016 zum letzten Mal über den Bildschirm flimmern. Das teilte der US-Sender Fox mit.
Die Sendung, in der sich Laiensänger vor einer Jury und dem Fernsehpublikum beweisen müssen, erreichte in in seinen Hochzeiten in den USA über 30 Millionenen Zuschauer. Seit seinem Start 2002 leitete das Format eine Welle von ähnlichen Castingformaten wie "The X Factor" und "The Voice" ein. In den letzten Jahren waren die Einschaltquoten aber besonders in der werberelevanten Zielgruppe der 18- bis 49-Jährigen zurückgegangen.
Während der deutsche Ableger "Deutschland sucht den Superstar" unter dem Regime von Pop-Fossil Dieter Bohlen vor allem One-Hit-Wonder wie Alexander Klaws und Pietro Lombardi sowie kuriose C-Promis wie Daniel Küblböck und Mark Medlock hervorbrachte, gelang in den USA einigen Sängern mit "American Idol" der Auftakt einer nachhaltigere Karriere: Sowohl die Popsängerin Kelly Clarkson als auch die spätere Oscar-Gewinnerin Jennifer Hudson fingen in der amerikanischen Ausgabe der Castingshow an.
Auch in Deutschland sinken die Einschaltquoten des Formats seit Jahren: 2014 schalteten weniger als vier Millionen Menschen beim Finale der elften Staffel ein. Zum Vergleich: In der ersten Staffel 2003 hatte das "DSDS"-Finale eine durchschnittliche Quote von 12,8 Millionen Zuschauern. Wie in den USA blieben in den letzten Jahren auch hier besonders die jüngeren Zuschauer fern.
RTL bestätigte in einem Statement, an einer 13. Ausgabe der Sendung festzuhalten: "Aufgrund des großen Erfolges wird es auch 2016 eine neue Staffel von DSDS geben." Tatsächlich waren die Quoten der Sendung, bei der die Kandidaten neuerdings zu Auftritten an unterschiedlichen "Event Locations" gekarrt werden, in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr wieder leicht angestiegen.Aber erst am Wochenende verlor die Sendung bei den 14- bis 49-jährigen Zuschauern mit einem Marktanteil von 17,7 Prozent gegen das bis dahin quotenmäßig eher unspektakuläre "Galileo Big Pictures".
In den USA soll im Januar die letzte Staffel von "American Idol" laufen. Moderieren soll sie Dauergastgeber Ryan Seacrest, der seit 2003 durch die Sendung führt. In der Jury sollen neben Jennifer Lopez auch die Sänger Keith Urban und Harry Connick Jr. sitzen.