Warhol wohnlich - DER SPIEGEL
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KUNSTSAMMLER Warhol wohnlich

• aus DER SPIEGEL 47/2000
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Sie sind Hollywood-Stars, Immobilienmakler oder nennen sich Weltenbummler. Nicht alle verraten, wie sie ihr Geld verdient oder von wem sie es geerbt haben. Aber sehr wohl, für was sie es ausgeben: Kunst. Ihre Lofts in New York, ihre Zweitwohnungen in Paris und ihre Schlösser in Schottland sehen wie begehbare Gesamtkunstwerke aus. Bei Agnes Gund ist das kein Wunder, sie ist die Direktorin des Museum of Modern Art in New York. Über ihrem Kamin hängt ein Bild von Malerstar Robert Rauschenberg, der Sofatisch stammt von Alberto Giacometti und die Skulptur darauf von Geometrie-Fan Tony Smith. Und Schauspielerin Anjelica Huston stellte ihren Oscar unter eine griechische Ikone - die US-Autorinnen Estelle Ellis und Caroline Seebohm sowie der Fotograf Christopher Simon Sykes berichten in ihrem Buch »Leben mit Kunst« von Menschen, die keine nackten Wände ertragen können (Gerstenberg Verlag, 128 Mark). Deshalb lassen sie sogar ihren Salon verspiegeln wie der US-Sammler Bertrand Taylor. Was der Bildband vor allem offenbart: Bei Sammlern muss sich die Aura der großen Kunst den prosaischen Anforderungen der Wohnlichkeit beugen. Mag sein, dass die Liebhaber nicht ohne ihre Warhols leben können. Ohne plüschige Teppiche, Vertäfelungen, Berge aus Sofakissen und gepolsterte Chaiselongues aber auch nicht.

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