Woody Allen als Chamäleon - DER SPIEGEL
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Woody Allen als Chamäleon

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• aus DER SPIEGEL 29/1983
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Chamäleonhaft virtuoser Umgang mit filmischen Formen macht Woody Allen mehr und mehr Spaß: Sein neues Kinowerk »Zelig« sieht aus wie ein Dokumentarfilm über einen legendären Freak aus den Zwanziger Jahren. Aus altem Wochenschaumaterial, stilecht nachgedrehten Szenen, Kommentaren und Interviews mit heutigen Seelen-Experten (Susan Sontag, Saul Bellow, Bruno Bettelheim) hat Allen die fiktive Fallgeschichte des kleinen Leonard Zelig collagiert, der durch »die größte Identitätskrise in der Geschichte der Identität« ("Newsweek") die Aufmerksamkeit der Psycho-Wissenschaft auf sich gezogen hat. Zelig (alias Woody Allen) ist ein Chamäleon-Mensch, der sich in jedem Augenblick seinem Gegenüber anpaßt, mal dick, mal dünn, mal Indianer, mal schwarzer Jazztrompeter, mal Baseball-Star - und der forschende Zugriff der Psychiater kommt ihm nicht bei, weil er sich im Gespräch mit ihnen sofort selbst in einen Psychiater verwandelt. So zieht Experte Bruno Bettelheim betrübt das Fazit, Zelig sei »der vollendete Konformist«.

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