Mobbing-Opfer Eigenbrötler Am langen Arm verhungert
Marco T. ist 33 Jahre alt, Wirtschaftsingenieur, Single - und ein Eigenbrötler. Den Spiegel bekommt er nur selten vorgehalten und wenn, dann meist im Job. T. arbeitet seit fünf Jahren als Assistent eines Bereichsleiters in einem großen Unternehmen. Nach seiner Auffassung hat sein neuer Chef keinerlei Führungsqualitäten, er arbeite ineffizient und verbummele Termine.
Seine Meinung hat T. dem Vorgesetzten deutlich gezeigt. Die Reaktion des Chefs: Er schnitt T. von allen Informationen und Aufgaben ab, ließ ihn am ausgestreckten Arm verhungern.
Die Mobbing-Expertin:
"Nach sechs Monaten kam er zu mir, völlig aufgelöst und mit Selbstmordgedanken", erzählt Sandra Flämig. Ihr neuer Mandant hatte zuvor schon Betriebsrat und Personalleiter eingeschaltet, ohne etwas zu erreichen. Sie riet ihm zur Versetzung, besser noch solle er sich einen neuen Arbeitgeber suchen. Doch T. ist stur und will sich nicht bewegen.
"Irgendwann wird es zwischen den beiden gewaltig knallen", mutmaßt die Rechtsanwältin und geht von einer fristlosen Kündigung aus, "die in der Luft liegt". Bei ihrem Mandanten vermisst sie Entgegenkommen und Selbstreflexion. "Das Mobbing hat er geradezu provoziert", so ihr Empfinden. Der Fall ist noch nicht abgeschlossen.
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