Uni-Ranking: Die Lieblinge der Personalchefs - DER SPIEGEL
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Uni-Ranking Die Lieblinge der Personalchefs

Die Volkswirtschaftler an der Uni Köln haben einen Ruf wie Donnerhall, in BWL schneidet die Uni Mannheim noch besser ab. In einem neuen Ranking hat die Zeitschrift "Wirtschaftswoche" ermittelt, welchen Ruf deutsche Universitäten in den Personalabteilungen von Unternehmen genießen.
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Hat eine Fakultät sich einmal ein hervorragendes Image zugelegt, können die Absolventen jahre- oder gar jahrzehntelang mit diesem Pfund wuchern. Das zeigt das am Donnerstag veröffentlichte vierte Uni-Ranking des Magazins "Wirtschaftswoche", das rund 400 Unternehmen danach befragte, welche Universitäten den besten Ruf haben, von welchen Hochschulen sie bevorzugt ihre Mitarbeiter rekrutieren und welche Qualifikationen sie besonders schätzen.

Die "Wirtschaftswoche" startet die Umfrage alle drei Jahre, und die Personalchefs präsentieren sich dabei als durchaus traditionsbewusst: Stets machen wenige Fakultäten die Spitzenplätze unter sich aus, nur in der Reihenfolge gibt es leichte Verschiebungen. Bei den Betriebswirtschaftlern zum Beispiel galt bislang Köln als unschlagbar. Nun hat die Universität Mannheim erstmals den Rivalen verdrängt und den Sprung auf den ersten Platz geschafft. In Volkswirtschaftslehre allerdings stehen die erfolgsverwöhnten Kölner weiterhin ganz oben auf dem Podest, gefolgt von den Universitäten Mannheim, Bonn, Münster, München und Bayreuth.

Bei den Ingenieurwissenschaftlern ist die RWTH Aachen unangefochten und konnte ihre Spitzenposition abermals verteidigen. Auf die Ränge verwies sie andere Technische Hochschulen in Darmstadt, Karlsruhe, München und Berlin. Nahezu die gleichen Hochschulen versammelten sich auch in der Informatik-Spitzengruppe: lorbeerbekränzt diesmal die TH Karlsruhe, dahinter die TU Darmstadt, die RWTH Aachen und TU München. Auch die Informatiker der Fachhochschule Furtwangen sind bei den Personalern beliebt - die einzige FH, die eine Top-Plazierung in einem der sechs untersuchten Fächer erreichte.

Die Traditions-Universität Heidelberg steht mit ihrer Jurafakultät hoch im Kurs, vor Bonn, Passau, München, Münster und Freiburg. Weil die Zahl der Quereinsteiger in Unternehmen langsam, aber stetig wächst, wurden erstmals auch die Geisteswissenschaftler erfasst. Tübingen erntete dabei viel Lob von Personalchefs; gute Noten erhielten auch die Universitäten in Heidelberg, Freiburg, München, Göttingen, Mainz und Münster.

Auffällig selten tauchen private Hochschulen unter den Top-Plazierungen auf. Immerhin erreichte die WHU in Vallendar einen Rang unter den ersten fünf in der Betriebswirtschaftslehre, alle anderen Privatunis gingen leer aus - offenbar auch mangels Masse: Weil die Fachbereiche klein sind und es jährlich nur wenige Absolventen gibt, fehlten Personalchefs lange schlicht die Erfahrungen. Seit der letzten Umfrage 1999 hat sich das allmählich geändert, und die Entscheider sind von den Fähigkeiten der Privathochschul-Absolventen durchaus angetan, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet.

Krass ist das Süd-Nord-Gefälle: In fast allen Disziplinen räumten süddeutsche Hochschulen erstklassige Zensuren ab, mit Köln und Aachen konnten auch Unis aus dem Westen mithalten. Der Norden und der Osten Deutschlands dagegen ist nur schwach vertreten - auf den ersten Blick seltsam, weil vor allem die Lehre an ostdeutschen Hochschulen bei anderen Rankings immer wieder in den höchsten Tönen gepriesen wurde.

Ein Länder-Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hatte kürzlich gezeigt, dass die Betreuung der Studenten dort vielfach als erstklassig gilt, auch die Geräteausstattung kann sich sehen lassen. Die "Wirtschaftswoche" führt das schlechte Abschneiden vor allem auf die niedrigen Absolventenzahlen und den Mangel an attraktiven Arbeitgebern in den neuen Ländern zurück.

Zugleich offenbart der Widerspruch zu anderen Uni-Ranglisten, etwa zum SPIEGEL-Ranking vor drei Jahren, die größte Schwäche der aktuellen Umfrage: Ermittelt wurde allein das Image der Fakultäten bei Personalabteilungen. Harte Fakten wie die Absolventen- und Doktorandenquote, die Zahl der Forschungsveröffentlichungen oder die Höhe der Drittmittel spielten also ebenso wenig eine Rolle wie das Urteil der Studenten.

Vielfach lassen sich die Personaler von subjektiven Eindrücken und vom Renommee einzelner Professoren leiten - oder von ihren eigenen Studienerfahrungen vor Jahren oder Jahrzehnten: Immerhin ein Viertel gab an, dass sie häufig Bewerber einstellen, die von der eigenen ehemaligen Uni kommen. Zudem hält sich der gute oder schlechte Ruf einer Fakultät fast ewig, scheint wie in Beton gegossen. Mit den realen Studienbedingungen vor Ort hat das nicht zwangsläufig etwas zu tun.

Praxiserfahrung rangiert in den Personalabteilungen übrigens ganz oben in der Liste der gewünschten Qualifikationen, Fremdsprechen- und EDV-Kenntnisse sind ähnlich wichtig. Es folgen die Examensnoten und Auslandserfahrung. Außeruniversitäres Engagement ist stärker gefragt als noch vor ein paar Jahren, zurückgegangen dagegen die Bedeutung von Alter und Studiendauer.

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