Zu süß, zu fettig Foodwatch fordert Standards für Essen in Schulen und Kitas
Schulkantine
Foto: Franziska Kraufmann/ picture alliance / Franziska KraWas in Schulen und Kitas auf den Teller kommt, ist oft nicht gerade gesund. "Selbst in staatlichen Einrichtungen sind die Speisepläne oft zu süß, zu fettig, zu fleischlastig und enthalten zu wenig Obst und Gemüse", sagt Martin Rücker, Geschäftsführer der Verbraucherorganisation Foodwatch. Zum Start des neuen Schuljahrs fordert die Organisation deshalb die Einführung von Pflichtstandards für das Essen in Schulen und Kitas.
"Die Bundesländer müssen endlich verpflichtende Qualitätsstandards für die Verpflegung an allen Schulen und Kindergärten einführen", sagte Rücker in der "Passauer Neuen Presse". "Die Länder lehnen das aus Kostengründen ab und leisten damit der grassierenden Fehlernährung von Kindern Vorschub."
Rücker weist darauf hin, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) schon 2007 im Auftrag der Bundesregierung erstmals Qualitätsstandards für eine ausgewogene Kost in den Schulkantinen veröffentlicht hatte. Diese würden aber in der Regel nicht erfüllt. "Es ist ein Skandal, dass diese Kriterien gut zehn Jahre später noch immer an den meisten Schulen ignoriert werden", kritisiert Rücker.
Der DGE-Qualitätsstandard gibt Empfehlungen für die Auswahl und Zubereitung der Verpflegung sowie für Essenszeiten und Hygiene vor. Bei der Speiseplanung legt er etwa fest, wie häufig bestimmte Lebensmittel innerhalb einer Woche angeboten werden.
Nicht mehr als zweimal pro Woche Fleisch
So sollten beispielsweise Vollkornprodukte mindestens einmal in fünf Verpflegungstagen auf dem Speiseplan stehen. Fleisch und Wurst hingegen dürfen nicht mehr als zweimal in der Woche auf den Teller kommen. Bei dem Standard handelt es sich bisher nur um Empfehlungen, verpflichtend sind sie nicht.
Laut Foodwatch sollen nur zwei Bundesländer - Berlin und das Saarland - die DGE-Vorgaben zu verpflichtenden Kriterien zumindest bei Neu-Ausschreibungen für die Verpflegung gemacht haben.
Ähnliche Beobachtungen hat im vergangenen Jahr die Vernetzungsstelle Schulverpflegung in Thüringen gemacht, die von der Verbraucherzentrale Thüringen getragen wird. Sie hatte eine Umfrage bei den Schulen des Bundeslandes durchgeführt. Das Ergebnis: Dort wird den Schülern oft Fleisch serviert, viermal pro Woche - darunter besonders viele Hackfleischgerichte oder Würste.
Video: Iss richtig - Essen für Kinder