Gewalt: Editorial - DER SPIEGEL
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Gewalt Editorial

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Gewalt ist allgegenwärtig - ein einziger Blick in die Zeitung oder 15 Minuten Tagesschau illustrieren das tagtäglich.

Das Unterrichtsmagazin "Gewalt - Ursachen und Erscheinungsformen" beschreibt Orte, an denen uns im Alltag besonders häufig aggressives Verhalten begegnet: in der Schule, auf der Straße, in den Medien, im Fußballstadion. Anhand von konkreten Beispielen wird deutlich, wie schwierig es ist, die Motive der Täter zu verstehen, und dass schlichte Erklärungsmuster - wie dasjenige der sozialen Verwahrlosung - hierfür nicht reichen. Der Junge, der in einem Erfurter Gymnasium 17 Menschen tötete, kam aus einem bürgerlichen Elternhaus - dennoch hat er sich vor seiner Tat niemandem anvertraut. Und Hooligans, die im Stadion jegliche Kontrolle über sich und ihre Körperkraft vergessen, sind in ihrem Alltag völlig unauffällig. Statt eines konkreten kausalen Zusammenhanges ist meist ein enges Netz von Motiven für gewalttätiges Verhalten verantwortlich.

Man müsse von einem starken Aggressionstrieb im Menschen ausgehen, so Sigmund Freud, der Erfinder der Psychoanalyse. Die meisten Menschen lernen, ihre Aggressionen sprachlich auszudrücken oder sozialverträglich zu kanalisieren. Sozialpsychologen gehen aber davon aus, dass unter extremen Bedingungen praktisch jeder Mensch aggressiv werden kann, wenn er gestresst ist. Ist das Ausmaß aggressiven Verhaltens genetisch bedingt? Welche Rolle spielen soziale Unterschiede, gesellschaftliche Benachteiligung, das familiäre Umfeld? Warum steigt der Anteil gewaltbereiter Frauen?

Neben konkreten Beispielen stellt das Unterrichtsmagazin die theoretischen Ansätze vor, mithilfe der Aggressions-, Trieb-, Frustrations- oder Lerntheorie gewaltbereites Verhalten zu erklären. Außerdem wird gefragt, inwieweit unsere gesellschaftliche Ordnung die Gewaltbereitschaft - gerade unter Jugendlichen - fördert.

Nicht zuletzt ist auch der Staat dafür verantwortlich, seine Bürger vor Gewalt zu schützen. Die Staatstheorien von Aristoteles, Hobbes und Kant werden skizziert und unserer modernen Staatsauffassung gegenübergestellt.

Aus methodischen Gründen enthält das Unterrichtsmagazin Texte aus den unterschiedlichsten Medien - Zeitungen, Zeitschriften, Büchern und Internet. Um die Medienkompetenz der Schülerinnen und Schüler zu stärken, wird neben den Texten auf weiterführende Seiten im Internet verwiesen. Unter www.schule.spiegel.de bietet ein Dossier zusätzliche Informationen zum Thema "Arbeit".

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