Lehrermangel Nachfolger dringend gesucht
Junge Pädagogen haben in Deutschlands Lehrerzimmern Seltenheitswert. Laut Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) war im Jahre 1999 nur jeder achte Lehrer jünger als 35 Jahre. Dreimal so viele waren dagegen über 50. Im Schnitt sind Pauker an allgemein bildenden Schulen 47 Jahre alt.
Lehrerinnen sind etwas jünger: Sie waren im Schnitt 46 Jahre alt. Das Durchschnittsalter der Kollegen lag bei 50 Jahren. Die Grünschäbel in der Lehrerschaft sind Grundschullehrer mit durchschnittlich 40 Jahren, die Seniorenklasse mit 47,5 Jahren bilden die Gymnasiallehrer.
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Die veraltete Lehrerschaft führt laut IW zu einem großen Nachwuchsmangel: Bis zum Jahre 2015 würden 40 Prozent der heutigen Pädagogen den Schuldienst verlassen. Die Zahl der Lehramtstudenten reiche nicht aus, um den prognostizierten Bedarf von jährlich 25.000 neuen Lehrern zu decken. Offenbar sei noch nicht überall bekannt, dass die Aussichten in diesem Beruf inzwischen weit besser seien als noch vor wenigen Jahren.
Auch der Deutsche Lehrerverband sieht das Nachwuchsproblem: Insgesamt rechnet der Verband damit, dass in den kommenden zwölf Jahren rund 350.000 Lehrer in den Ruhestand gehen. Auf Stellen umgerechnet seien dies rund 300.000 Lehrerstellen, die bis 2013 wieder besetzt werden müssten. Nach aktuellem Stand fehlen allerdings die dafür notwendigen Bewerber, weil die Zahl der Lehramtsstudenten nicht Schritt halte mit der Zahl der Pensionierungen.
Einen etwas anderen Weg aus der Misere suchen die Münchner Lehrerverbände. In einem Brief an Oberbürgermeister Christian Ude forderten sie für Münchner Junglehrer Mietzuschüsse, zinslose Förderungen und Stipendien. Außerdem hält der Verband es für "überlegenswert, Prämien an Kollegen zu bezahlen, die eine Lehrkraft für München gewinnen können".