Nationalflaggen verbrannt: US-Lehrer nach Elternprotest suspendiert - DER SPIEGEL
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Nationalflaggen verbrannt US-Lehrer nach Elternprotest suspendiert

Die "Stars and Stripes" in Flammen - das geht Eltern in Louisville zu weit. Sie empören sich über einen Lehrer, der vor Siebtklässlern zwei Fahnen verbrannte, um eine Diskussion über Meinungsfreiheit anzustoßen. Unterrichten darf Dan Holden vorerst nicht.
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Louisville - Schüler und Eltern waren schockiert über die Präsentation im Bürgerkundeunterricht. Der lokale Fernsehsender "Wave 3" veröffentlichte die anonyme Email einer erbosten Mutter an die Leitung der Stuart Middle School in Louisville. Sie beschreibt, was ihre Tochter - eine Siebtklässlerin - erzählte, als sie am Freitag aus der Schule kam: "Ihr Lehrer hatte ein Kind angewiesen, ein Feuerzeug aus einem anderen Raum der zu holen. Sie sagte, es seien Kinder von der Schule geschmissen worden, die nur mit einem Feuerzeug gesehen wurden, deswegen war sie misstrauisch. Als das Kind mit dem Feuerzeug zurückkam, benutzte es der Lehrer, um eine amerikanische Flagge vor der Klasse zu verbrennen."

Das Spektakel war Teil einer Unterrichtseinheit über "Freedom of speech", also Meinungsfreiheit. Später wiederholte Dan Holden, der seit 1979 in dem Bezirk unterrichtet, es vor einer anderen Klasse. Die Kinder sollten anschließend einen Aufsatz darüber schreiben, was die Fahnenverbrennung in ihnen auslöste.

Die Zerstörung nationaler Symbole ist in den Vereinigten Staaten ein Streitthema. Im Bundesstaat Kentucky, in dem Holden unterrichtet, ist die Entweihung der Nationalflagge eine Ordnungswidrigkeit. Der Oberste US-Gerichtshof entschied hingegen, die Verbrennung von Fahnen sei durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Der Kongress ist seit 1989 mehrfach mit dem Versuch gescheitert, "Flag-burning" per Gesetz zu verbieten.

Holden gab der Presse vorerst keine Stellungnahme. Aber er erklärte laut Schulverwaltung, dass er keine politische Aussage habe treffen wollen. "Natürlich befassen wir uns nun mit dem Sicherheitsaspekt", aber auch mit einem Urteil darüber, wie wir diese Art der Unterrichtsdemonstration bewerten", sagte eine Sprecherin des Bezirks. Holden sei vorerst suspendiert. Auch die Brandschutzbehörden seien eingeschaltet und führten ihre eigene Ermittlung durch.

Emotionen hervorzurufen, ist dem Lehrer zweifellos gelungen - jedenfalls bei Eltern. Laut "Courier-Journal" versammelten sich am Montag 25 bis 30 wütende Eltern in der Schule. Eine Mutter beschwerte sich, dass die Eltern nicht vorab über die Pläne Holdens informiert worden seien. Die anonyme Email-Schreiberin formulierte: "Mein ältester Sohn hat keinen Vater, denn sein Vater starb für das, was die Flagge repräsentiert." Holden hätte das "Symbol der Freiheit" nicht zerstören dürfen.

Ginny Adwell, Vorsitzende der "Teacher-Parent Accociation" der Schule, betonte, die Forderung einiger Eltern, Holden zu feuern, gehe zu weit. Man solle berücksichtigen, dass der Lehrer seine Schüler zum Nachdenken anregen wollte. Auch ein Sprecher der Lehrergewerkschaft erklärte im "Courier-Journal", Holden habe seit 1979 immer sehr guten Unterricht durchgeführt: "Er wollte eine Kontroverse illustrieren. Es wäre unangebracht, jemanden deswegen zu entlassen."

agö/AP

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